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Behörden gegen Tempo 70 auf der Breslauer Straße in Bornheim

Nach tödlichem Unfall : Behörden gegen Tempo 70 auf der Breslauer Straße in Bornheim

Im Juni 2020 hatte sich auf der Breslauer Straße bei Merten ein tödlicher Unfall ereignet. Nach Ansicht der Behörden muss der Bereich aber nicht entschärft werden.

Ein weißes Fahrrad erinnert an den Unfall, der sich Anfang Juni 2020 an der Kreuzung Breslauer Straße (Kreisstraße 33)/Gemüseweg zwischen den Bornheimer Ortsteilen Merten und Sechtem ereignet hatte. Der damalige Sprecher der Ortsgruppe Bornheim des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Gerd Müller-Brockhausen, war radelnd mit einem Auto zusammengestoßen. Kurze Zeit später war er an den Folgen der Kollission gestorben.

Aus Sicht der zuständigen Stellen stellt die Kreuzung allerdings keine größere Gefahr für Radler dar. Das hatte die Bornheimer Stadtverwaltung auf die Forderung der SPD mitgeteilt, dass Stadt und Rhein-Sieg-Kreis prüfen sollen, ob die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Breslauer Straße von Tempo 100 auf Tempo 70 reduziert werden kann.

Aufgrund der guten örtlichen Sichtverhältnisse sei eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht erforderlich, hieß es dazu von der Stadt in einer schriftlichen Stellungnahme. Daher wurden auf der K 33 lediglich Verkehrsschlilder aufgestellt, die auf den Radverkehr an der Kreuzung hinweisen. Ebenso soll die Fahrbahnbegrenzungsmarkierung auf der K 33 vor den Wirtschaftswegen erneuert werden.

Nach einer Analyse durch die Unfallkommission (siehe Info-Kasten) sei menschliches Versagen als Unfallursache ermittelt worden, hatte Johannes Pieck, Abteilungsleiter Straßenverkehr bei der Stadt, kürzlich den Mitgliedern des Bornheimer Ausschusses für Mobilität und Verkehr erklärt. „Es gibt keine Hinweise, dass sich der Unfall aufgrund der Örtlichkeit ergeben hat“, so Pieck weiter. Es sei klar, dass Radfahrer im Kreuzungsbereich warten müssten.

ADFC widerspricht

„An der Unfallstelle wäre Tempo70 eine vertretbare Geschwindigkeit für Autofahrer“, sagte wiederum ADFC-Ortsgruppensprecher Stefan Wicht auf Anfrage des General-Anzeigers. Grundsätzlich sei es aber die beste Alternative, solche Kreuzungen zu vermeiden, so Wicht, denn egal bei welcher Geschwindigkeit: „Radfahrer haben keine Knautschzone.“ Aus diesem Grund tritt der ADFC dafür ein, dass möglichst bald ein durchgehender Radweg beziehungsweise eine Radpendlerroute von Bornheim nach Brühl gebaut wird.

600 Meter westlich der Unfallstelle verläuft, parallel zum Gemüseweg, laut Wicht ein gut ausgebauter Wirtschaftsweg, der sich nach Ansicht des ADFC sehr gut als Radweg eignet. Wo dieser Wirtschaftsweg die Breslauer Straße kreuze, sei eine Brücke, die die K 33 über den Wirtschaftsweg und die Stadtbahnlinie 18 führe. „Einen Unfall zwischen Radfahrern und Autofahrern kann es hier nicht geben, weil sie sich nicht begegnen“, so Wicht. Den Radweg dort entlang zu führen, wäre die richtige Konsequenz, die nach Ansicht des ADFC aus dem Unfall gezogen werden müsste.