Betrug in Bornheim Falscher Wasserwerker und ein Schockanruf

Bornheim · Immer wieder versuchen Betrüger, mit verschiedenen Methoden an Geld und Wertgegenstände zu kommen. In Bornheim wurden jetzt gleich mehrere Menschen Opfer solcher Maschen.

 Häufig werden ältere Menschen Opfer von Telefonbetrügern.

Häufig werden ältere Menschen Opfer von Telefonbetrügern.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Trickdiebe versuchen immer wieder, an die Ersparnisse von  Senioren zu gelangen. Unter Vorwänden bitten die Täter um Einlass in die Wohnungen, um sie dann in einem unbeobachteten Moment zu bestehlen oder Mittätern Einlass zu gewähren.

Mal geben die Täter vor, eine Nachricht für einen Nachbarn hinterlassen zu wollen oder aber man bittet um ein Glas Wasser. Oft geben die Betrüger auch vor, Leitungen in der Wohnung als angebliche Mitarbeiter eines Wasserversorgers überprüfen zu müssen.

Betrüger lenkt Bornheimerin 30 Minuten ab

 In Bornheim verschaffte sich am Dienstag solch ein angeblicher Wasserwerker Zutritt zu der Wohnung einer 81-jährigen Frau. Gegen 11.15 Uhr gab der Mann vor, Wasserrohre im Badezimmer der Wohnung überprüfen zu müssen. Der Mann lenkte die  Seniorin über 30 Minuten im Badezimmer ab, während ein zweiter Täter unbemerkt die Wohnung betrat und eine Bankkarte und Bargeld entwendete. Als die Geschädigte dies später feststellte, verständigte sie zunächst eine Angehörige und am Nachmittag die Polizei. 

Der angebliche Handwerker wird so beschrieben: etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß, mittleres Alter, korpulente Statur, dunkle, kurze Haare, kein Bart, adrett gekleidet, sprach Deutsch ohne Akzent. 

Die Bonner Polizei warnt erneut vor dieser Masche: Man solle keine Unbekannten in die Wohnung lassen und die Tür nur mit vorgelegter Sperre öffnen. Auch sollten nur Handwerker eingelassen werden, die man selbst bestellt habe oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden seien. Bei angeblichen Notfällen, zum Beispiel einem Rohrbruch, solle man sich nicht drängen lassen und im Zweifel bei den Stadtwerken, beim Hausmeister oder bei Nachbarn telefonisch nachfragen. Die Polizei ist unter dem Notruf 110 zu erreichen, wenn eine Person verdächtig erscheint.

Telefonbetrüger erbeuten bei Schockanruf Bargeld in Bornheim

 Am Mittwoch haben Telefonbetrüger wiederum bei einem älteren Ehepaar in Bornheim durch einen sogenannten Schockanruf 10.000 Euro Bargeld erbeutet. Eine Frau hatte am Mittwoch gegen 16 Uhr auf dem Festnetzanschluss des Ehepaares in Bornheim angerufen und sich zunächst als Enkelin der Angerufenen ausgegeben.

Sie berichtete, dass sie einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein anderer Verkehrsteilnehmer getötet worden sei. Dann schaltete sich ein angeblicher Polizeibeamter in die Leitung und gab an, dass aufgrund dessen nun eine Kaution in Höhe von 80.000 Euro von den Angehörigen der angeblich in Untersuchungshaft befindlichen Unfallverursacherin entrichtet werden müsse.

 10.000 Euro an Fremden übergeben

Die schockierten Angerufenen gaben an, nur 10.000 Euro Bargeld aufbringen zu können und übergaben dieses gegen 18 Uhr vor dem Haus an einen ihnen unbekannten Mann. 

Zu dem Geldabholer liegen derzeit folgende Beschreibungsmerkmale vor: etwa 1,80 Meter groß, normale Statur, dunkel gekleidet mit dunkelblauer oder schwarzer Jacke sowie dunkler Hose, schwarzes Basecap, heller Mund-Nasen-Schutz. 

Einige Zeit nach der Übergabe entschlossen sich die Geschädigten schließlich, die Polizei zu verständigen. Die Ermittlungen führten bisher nicht zur Festnahme von Tatverdächtigen.

 Polizei warnt vor Schockanrufen

Die Polizei warnt: Betrüger geben sich als Polizisten aus und berichten bei Schockanrufen von Verkehrsunfällen, die ihnen nahestehende Personen verschuldet haben sollen. Die Polizei rät zu gesundem Misstrauen und dazu, sich bei Verwandten zu vergewissern, ob tatsächlich eine Notlage vorliegt.

Am Telefon sollten keine Angaben zu familiären oder finanziellen Verhältnissen gemacht werden. Die richtige Polizei fragt am Telefon nicht nach Bargeld oder Wertgegenständen. Niemals sollten Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte ausgehändigt werden. Auch nach Schockanrufen sollte sofort die 110 angerufen werden.  

Die Seniorenberatung der Bonner Polizei bietet Betroffenen nach einem solchen Vorfall eine Beratung in einem persönlichen Gespräch an, Kontakt: ☏ 02 28/15 76 17 oder ☏ 02 28/15 76 76 an oder per E-Mail an seniorenberatung.bonn@polizei.nrw.de.

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