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Bornheim: 34-Jähriger nach Steinwürfen auf Senioren vor Gericht

Schädelbruch nach Angriff : 34-Jähriger nach Steinwürfen auf Bornheimer Senioren vor Gericht

Nach Steinwürfen auf Senioren muss sich ein 34-Jähriger vor Gericht verantworten. Ihm droht nach den Attacken die dauerhafte Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Eines der Opfer erlitt durch den Steinwurf sogar einen Schädelbruch.

„Ich hab nur einen Luftzug gespürt und dann hat es einen lauten Knall gegeben.“ Die Schilderung der 71-jährigen Zeugin vor dem Bonner Landgericht hätte kaum plastischer sein können. Vor der Großen Strafkammer hat am Freitag das Verfahren gegen einen 34-jährigenMann begonnen. Ihm droht die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrisches Krankenhaus, weil er insgesamt vier Senioren in Bornheim mit Steinen beworfen und den Ehemann eines der Opfer geschlagen haben soll. Ein Mann erlitt durch den Steinwurf sogar einen Schädelbruch.

Die eingangs erwähnte Zeugin war aber noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen: Sie habe am Morgen des 1. September vergangenen Jahres gerade die Biotonne rausgestellt und sei noch damit beschäftigt gewesen im Vorgarten “ein paar lästige Pflänzchen auszurupfen“, als ihr ein großer schlanker Mann auf der gegenüberliegenden Straßenseite aufgefallen sei. „Was hat der wohl“, habe sie sich noch gefragt, während sie auf dem Boden ihrer Einfahrt kniend aus dem Augenwinkel beobachtete, wie der Fremde die Straßenseite wechselte und dann stehen blieb. Wenige Sekunden später sei dann der Steinwurf erfolgt. Einige Handwerker, die in der Nähe gearbeitet und den Vorfall beobachtet hatten, hätten noch vergeblich versucht den Mann zu verfolgen.

Platzwunde am Kopf und Schädelbruch

Das Beweisstück hatte sie sogar zur Vernehmung mitgebracht, es aber aus Sicherheitsgründen am Eingang abgeben müssen. Nachdem ein Wachtmeister den Stein geholt hatte, begutachtete die Kammer den zirka 150 Gramm schweren Brocken, der wohl mit ausreichendem Schwung geworfen durchaus das Potenzial hatte, schwerere Verletzungen zu verursachen.

Was derartige Würfe bewirken können sollen laut Anklage zunächst zwei Männer am eigenen Leibe erfahren haben: wenig später soll der Beschuldigte nämlich zuerst einem Mann einen walnussgroßen Stein an den Kopf geworfen haben. Er kam noch mit Schmerzen und einer Platzwunde davon. Am späten Mittag erwischte es dann aber einen Radfahrer auf einem Feldweg zwischen Urfeld und Bornheim. Der 70-Jährige musste mit einem Schädelbruch längere Zeit stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Weil sie einen Helm trug überstand eine ebenfalls 70-jährige Fahrradfahrerin nur wenige Minuten später den nächsten Steinwurf unverletzt. Ihr Ehemann stellte den Steinewerfer aber wohl zur Rede und als Reaktion soll der Beschuldigte spontan auf den 75-Jährigen eingeprügelt haben. Er erlitt ebenfalls eine Platzwunde am Hinterkopf. Mit einer Entscheidung de Gerichts wird Ende Mai gerechnet.