Stadtbahnen im Vorgebirge Barrierefreier Ausbau der Linie 16 in Bornheim hat begonnen

Bornheim · Gute Nachrichten für die ÖPNV-Nutzer: Die Haltestellen der Linie 16 in Bornheim werden endlich barrierefrei – und auch beim geplanten zweigleisigen Ausbau der Linie 18 geht es voran.

 In Wesseling-Urfeld hat der barrierefreie Ausbau der Haltestellen der Linie 16 begonnen.

In Wesseling-Urfeld hat der barrierefreie Ausbau der Haltestellen der Linie 16 begonnen.

Foto: Axel Vogel

Gute Nachricht für die Nutzer der Stadtbahnlinie 16 in Bornheim: Wie Christian Lorenz von der zuständigen Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) mitteilte, haben die Arbeiten zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen begonnen. Aktuell wird die Haltestelle in Wesseling-Urfeld barrierefrei umgebaut. „Wir gehen davon aus, dass auf der Seite in Fahrtrichtung Köln diese Baumaßnahmen im Februar 2023 abgeschlossen werden können“, so Lorenz.

In den kommenden Monaten sollen Lorenz zufolge die Haltepunkte dann sukzessive in Richtung Bonn bearbeitet werden, also nach Urfeld dann Widdig, Uedorf und Hersel. Während der Arbeiten soll es provisorische Bahnsteige geben. Die HGK ist Betreiberin der Infrastruktur der Linie 16 auf Wesselinger und Bornheimer Gebiet.

Im Juli hatte die HGK gegenüber dem GA erklärt, dass die gesamte Baumaßnahme rund zwei Jahre dauern soll. Im vergangenen Jahr hatte die HGK die Kosten für den Ausbau der vier Haltestellen auf 4,5 Millionen Euro taxiert. 90 Prozent davon werden durch Fördergelder gedeckt, zehn Prozent müssen Bornheim und Wesseling bezahlen. Allerdings muss auch die HGK in der aktuellen Situation mit Preissteigerungen rechnen.

Der barrierefreie Ausbau hatte sich immer wieder verzögert

Der Beginn der Arbeiten hatte sich immer wieder verzögert. Bereits 2019 hatte die HGK erklärt, mit den Arbeiten im Jahr 2020 zu beginnen. Der Zeitplan konnte allerdings nicht eingehalten werden. Unter anderem hatte es zwischen der HGK, der Bezirksregierung Köln sowie Naturschutzverbänden noch Klärungsbedarf zum Artenschutz an den Stationen gegeben.

Voran geht auch der geplante zweigleisige Ausbau der Linie 18 im Vorgebirge. Gleichwohl befindet sich dieses wichtige Infrastrukturprojekt noch in einem sehr frühen Stadium. Wie Christoph Groneck, Projektleiter Nahverkehrsplanung beim Rhein-Sieg-Kreis, auf Anfrage mitteilte, hat das Umwelt- und Verkehrsministerium NRW vor einiger Zeit bestätigt, dass die Planung des Ausbaus gefördert wird.

Nach Gronecks Angaben gibt es vom Land rund 3,5 Millionen Euro, um die sogenannten Leistungsphasen eins bis vier nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure zu finanzieren. Das sind die Grundlagenermittlung mit Prüfung des Kostenrahmens, die Vorplanung mit Kostenschätzung, die Entwurfsplanung inklusive Kostenberechnung sowie die Genehmigungsplanung.

Ebenso erfolgt die sogenannte Standardisierte Bewertung. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur gesamtwirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Untersuchung von Projekten im öffentlichen Nahverkehr. Die Fördergelder des Landes sollen 90 Prozent der Kosten decken.

Zweigleisiger Ausbau soll 95 Millionen Euro kosten

„Ein Förderbescheid liegt uns noch nicht vor, wir erwarten ihn aber kurzfristig“, so Groneck weiter. Aktuell stimme der Kreis mit der HGK und den anderen Beteiligten die organisatorischen Rahmenbedingungen der Planung ab. Die HGK ist hier für die Infrastruktur auf Alfterer, Bornheimer und Brühler Gebiet zuständig. Groneck rechnet damit, dass die eigentlichen Planungsarbeiten 2023 beginnen können.

Profitieren von einem zweigleisigen Ausbau würde vor allem die Stadt Bornheim, da auf ihrem Gebiet die meisten noch eingleisigen Abschnitte liegen. In diesem Zusammenhang wird auch die Schaffung einer neuen Haltestelle ins Auge gefasst. Die Station mit dem Namen „Bornheim-West“ soll zwischen den Haltepunkten „Bornheim“ und „Dersdorf“ liegen. Weitere, kürzere eingleisige Abschnitte befinden sich in Brühl, Alfter und auf dem Gebiet der Stadt Bonn. Entsprechend verteilen sich die Zuständigkeiten und die Kosten.

Apropos Kosten: Eine Schätzung für das Gesamtprojekt aus dem Jahr 2020 liegt bei rund 95 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Kauf von Flächen, die Baustelleneinrichtung, der Bau von Bahndämmen, Gleisanlagen, Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik, Bahnsteigen, die Erweiterung beziehungsweise der Neubau von Unter- und Überführungen, Maßnahmen zur Entwässerung und Lärmschutz sowie der neue Haltepunkt. Um Fördergelder für die Bauarbeiten zu bekommen, müssen Entwurfs- und Genehmigungsplanung vorliegen – die nun angegangen werden.