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Bornheim: Bau des Bürgerradwegs an der L300 verzögert sich weiter

Strecke entlang der L300 in Bornheim : Bau des Bürgerradwegs verzögert sich weiter

2011 gab die Bornheimer Politik den Startschuss für einen Radweg in den Rheinorten. Seitdem ist kein Meter gebaut worden. Und nun gibt es ein neues Problem.

Es ist bald zehn Jahre her, dass sich die Bornheimer Politik um einen Radweg entlang der Landesstraße 300 bemühte. Konkret geht es um rund 2,3 Kilometer von der Richard-Piel-Straße in Hersel bis zur Stadtgrenze in Widdig. Auf Initiative der damaligen und teils noch aktuellen Ortsvorsteher von Uedorf und Widdig, Bernd Marx und Konrad Velten, hatte sich die Stadt Mitte 2011 um die Aufnahme in das Projekt „Bürgerradwege“ beworben. Mit diesem sollen Radwege eigentlich möglichst schnell gebaut werden (siehe Info-Kasten).

Davon kann in den Bornheimer Rheinorten allerdings keine Rede sein. In den vergangenen zehn Jahren ist kein Meter dieses Radwegs gebaut worden. Und es sieht auch nicht danach aus, dass die Bauarbeiten bald beginnen. So hatte Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier kürzlich auf eine Anfrage der CDU personelle Probleme angeführt, die das Projekt derzeit ausbremsen. Die bei der Stadt für das Projekt zuständige Person verlasse die Stadtverwaltung, so Schier.

Wiederbesetzung der Stelle noch offen

Aber kann es wirklich sein, dass der Weggang einer Person ein solches Projekt zum Stillstand bringt? „Um Maßnahmen effektiv umzusetzen, muss es einen Projektverantwortlichen geben“, sagt Bornheims Pressesprecher Christoph Lüttgen auf GA-Anfrage. Selbstverständlich komme ein Projekt nicht zum Erliegen, wenn die verantwortliche Person im Urlaub oder krank sei. „Eine dauerhafte Übertragung des Projekts auf eine andere Mitarbeiterin oder einen anderen Mitarbeiter des Fachamts ist aufgrund fehlender Kapazitäten allerdings nicht möglich“, so Lüttgen weiter.

Wann die Stelle wieder besetzt ist, kann die Stadt aktuell nicht sagen. Zumal eine Wiederbesetzung laut Lüttgen nur mittelbaren Einfluss auf den Bürgerradweg hat. Bereits jetzt habe das zuständige Fachamt der Stadt zu wenig Personal und müsse Projekte neu priorisieren, so Lüttgen. Die Stadt habe weiteren Personalbedarf beziehungsweise Stellenbedarf angemeldet, der nun Teil der Haushaltsberatungen durch die Politik ist.

In der Tat hatte der Beigeordnete Schier kürzlich Vertretern der Bornheimer Politik klargemacht, dass immer wieder neue Projekte personell nicht machbar seien. Damals war es um Überlegungen seitens der Politik gegangen, eine Radpendlerroute vom Bornheimer Zentrum in Richtung Brühl und Köln zu schaffen.

Streit ums Geld

Ungeachtet dieser personellen Sachlage hätte der Bau des Bürgerradwegs aber schon längst begonnen werden können. Allerdings hatte es in der Vergangenheit ein größeres Hin und Her zwischen der Stadt Bornheim und dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau um die Modalitäten gegeben. Dabei ging es vor allem ums Geld, konkret um die Frage, wer welchen Anteil der Kosten tragen muss, die am Projektbeginn bereits auf rund 800.000 Euro taxiert worden waren.

Irgendwann einigten sich Stadt und Landesbetrieb dann doch, zumindest teilweise. Lüttgen: „Ende 2020 wurde mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW eine Verwaltungsvereinbarung über die Planungsleistungen für das Projekt geschlossen.“ Gäbe es nun Personal bei der Stadt, wäre laut Lüttgen ein Vergabeverfahren für die Beauftragung eines geeigneten Ingenieurbüros vorbereitet und durchgeführt worden.

Im Anschluss stünden eine Vor- und Entwurfsplanung für den Radweg sowie weitere Abstimmungen mit dem Landesbetrieb an. Wann das passiert, ist völlig offen. Und somit natürlich auch der Bau des Bürgerradwegs. „Eine konkrete Aussage zum Bau des Radwegs ist aktuell nicht seriös möglich“, so Lüttgen weiter. Es fehlte nämlich noch mehr als Personal. Neben den personellen Unwägbarkeiten für die Projektbegleitung und der noch zu erbringenden Planungsleistungen müsse für den Bau noch eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Landesbetrieb geschlossen werden, da die vorliegende Verwaltungsvereinbarung nur die Planungsleistungen umfasse.

Der Bürgerradweg entlang der L 300 lässt somit weiter auf sich warten. Und das wohl noch eine längere Zeit.