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Klimaschutz in Bornheim: Bornheim investiert mehr in den Klimaschutz

Klimaschutz in Bornheim : Bornheim investiert mehr in den Klimaschutz

Die Stadt Bornheim will mehr für den Klimaschutz tun. Die CDU kritisiert die fehlende Gegenfinanzierung. Grüne fordern mehr Geld für Stadtbäume.

Bornheim will mehr für den Klimaschutz tun. Im Umweltausschuss setzten Grüne, SPD, UWG und FDP mehrere Projekte durch: zusätzliche 300000 Euro für Klima- und Artenschutzprojekte (Antrag der UWG), Konzept und Gutachten zur Klimaneutralität in Bornheim und zum Wassererhalt in der Landschaft für insgesamt 45000 Euro (Anträge der Grünen) sowie ein Abrufbudget mit Sperrvermerk in Höhe von 100000 Euro für kurzfristige Maßnahmen wie neue Streuobstwiesen oder die Aktion 1000 Bäume (Antrag der Grünen). CDU und ABB stimmten gegen die Empfehlungen an den Hauptausschuss.

„Wir können keine Maßnahmen genehmigen, die nicht gegenfinanziert sind“, machte CDU-Politiker Bernd Marx deutlich. Auch Kämmerer Ralph Cugaly wies darauf hin, dass der Haushalt  Abrufbudgets nicht hergebe. Ob Bornheim letztlich doch mehr Geld in Klima- und Umweltschutz stecken wird, wird sich bei den Beratungen im Rat zeigen.

Appell an die CDU

Kritische Worte für das Abstimmungsverhalten der CDU fand Astrid Costard von den Parents for Future Bornheim/Swisttal/Weilerswist. „Wir hoffen sehr, dass auch die Christdemokraten zukunftsweisende Denkansätze finden und erkennen, dass Klimaschutz sich rechnet - für die Wirtschaft und die Bürger“. Denn der Ausschuss setze inhaltliche Impulse und trage dazu bei, ob dringende Maßnahmen rasch angegangen werden und ob personelle Ressourcen für die Einwerbung von Fördermitteln vorhanden seien.

Mehr Geld fordern die Grünen auch für Neupflanzungen und den Erhalt von Stadtbäumen. Laut Verwaltung starben im vergangenen Jahr 40 Bäume ab oder gingen anderweitig verloren. 100 „verwaiste Bäume“ sind mittlerweile gelistet. Rund 380000 Euro im Jahr gibt die Kommune für Kontrolle, Pflegemaßnahmen sowie die Bewässerung von Jungbäumen oder deren Unterpflanzungen aus. Das Geld für Ersatzpflanzungen inklusive Standortsanierung reicht nur für 20 Bäume aus.

Grüne fordern Baumprogramm

Die fehlende Finanzierung ist für die Grünen Grund und Anlass, mit den Bürgern mittelfristig ein „Baumförderprogramm“ anzustreben. Konkrete Vorschläge werden in den nächsten Monaten erfolgen, kündigte Grünen-Politikerin und Ausschussvorsitzende Gabriele Jahn an. „Bäume in der Stadt sind ein Gradmesser für Lebensqualität und günstige Lebensbedingungen. Daher müssen wir mehr tun, um die Bäume nicht nur zu erhalten, sondern den Baumbestand auch zu vergrößern“, machte Arndt Kuhn als klimapolitischer Sprecher denn auch deutlich.

Ob Bauschutt, Grünabfälle, Altreifen, Säcke mit Hausmüll: Wilder Hausmüll wächst sich zu einem immer größeren Problem aus. Laut Statistik sammelte der Stadtbetrieb in den vergangenen drei Jahren jedes Jahr zwischen 600 und 700 Kubikmeter wilden Müll ein, bei der Umweltaktion „Bornheim putzt sich raus“ kamen 2018 und 2019 zusätzlich noch einmal 60 beziehungsweise 45 Kubikmeter zusammen.

Wilder Müll ist ein großes Problem

Während bei der jährlichen Aufräumaktion Bürger ihre Zeit kostenlos zur Verfügung stellen, kosten Personal- und Fahrzeugstunden die RSAG und damit den Rhein-Sieg-Kreis jede Menge Geld (2018: 36573 Euro, 2019: 50618 Euro, 2020: 39806 Euro inklusive Sondermüll). Für 2021 hat die RSAG 43000 Euro angesetzt. Besonders in Feldlagen sowie gelegentlich auch an Bachläufen finden sich häufig Säcke, Abbruchreste und Verpackungsmüll. Zigarettenkippen sind gehäuft im Umfeld von Einzelhandels- und Food-Geschäften sowie an Autobahnauf- und -abfahrten sowie an den Bahnhöfen Sechtem, Hersel und Roisdorf zu finden. In den Gewerbegebieten habe sich allerdings, so die Verwaltung, durch die zusätzliche Aufstellung von Papierkörben, von denen es aktuell 600 gibt, die Müllsituation ein wenig entspannt.