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Bornheim-Merten: Martinus-Grundschule ab Sommer nicht mehr katholisch

Entscheidung der Eltern : Mertener Grundschule ist bald nicht mehr katholisch

Die Eltern haben entschieden: Ab Sommer ist die Grundschule in Bornheim-Merten nicht mehr katholisch. Der Beschluss der Eltern hat mit der Schulleiterin zu tun.

m Vorgebirge gibt es bald eine katholische Schule weniger. Wie die Stadt Bornheim am Freitag mitteilte, wird die Mertener Martinus-Grundschule zum neuen Schuljahr im Sommer in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt. Das ist das Ergebnis einer Briefwahl, zu der die Eltern der 196 Schülerinnen und Schülern aufgerufen waren.

Mit der Umwandlung ist die Schule nicht mehr konfessionell gebunden, sodass künftig auch nicht-katholische Lehrkräfte eingestellt werden können. Letztlich war das auch der Anlass für die Initiative zur Umwandlung.

Konkret geht es um Christine Herms, die aktuell kommissarische Schulleiterin ist. „Christine Herms ist seit rund anderthalb Jahren eine bei Schülern und Eltern gleichermaßen beliebte Schulleiterin“, sagte die Schulpflegschaftsvorsitzende Iris Jungnitsch. Da Herms evangelisch sei, könne sie die Stelle jedoch nur kommissarisch ausüben, weil es bislang zwingend notwendig gewesen sei, dass auch die Schulleitung katholisch ist, so Jungnitsch.

Keine Bewerber katholischen Glaubens

Die Stelle war laut Stadtverwaltung ausgeschrieben, es habe aber keinen Bewerber katholischen Glaubens gegeben. „An einem Schulpflegschaftsabend im September ist klargeworden, dass sich die Eltern eine feste Schulleitung wünschen, vor allem aber auch, dass Frau Herms diese Funktion weiterhin ausüben kann“, so Jungnitsch weiter. Damit der Prozess zur Umwaltung in Gang gesetzt werden konnte, mussten nach Angaben der Stadt zehn Prozent der Eltern einen Antrag bei der Stadt stellen.

Mit 31 Anträgen sei die notwendige Zahl im November 2020 deutlich übertroffen worden. Dann waren die Eltern aufgerufen, per Briefwahl ihre Stimme abzugeben. Die Auszählung übernahmen Bornheims Schuldezernentin Alice von Bülow und die Schulamtskolleginnen und -kollegen Willi Over, Alexander Sturm, Bernhild Bach und Susanne Romauer. Von 165 Eltern, die ihre Stimm abgegeben hatten, sprachen sich laut Stadt 152 für die Umwandlung aus.

Religionsunterricht gibt es weiterhin

„Die Lösung von der katholischen Kirche hat keinen Einfluss auf den Unterricht“, erläuterte die stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende Sabine Gehlen-Trantau. Der Religionsunterricht und der offene Ganztag blieben unverändert. „Und auch die Zusammenarbeit mit der Kirche möchten wir selbstverständlich fortsetzen“, so Gehlen-Trantau weiter.

Die Umwandlung muss nach Angaben der Stadt noch von der Bezirksregierung Köln bestätigt werden. Was sich sonst noch ändert: Bei der Aufnahme der Schulkinder müssen künftig katholische Kinder bei einem Überhang an Anmeldungen nicht mehr bevorzugt werden. Ebenso dürfen sich auch evangelische Lehrkräfte bewerben.

„Ich bin stolz auf die Eltern, dass sie das Vorhaben so überzeugend umgesetzt haben“, sagte Jungnitsch. Dezernentin von Bülow ergänzte: „Die deutliche Wahl hat den Willen der Eltern zum Ausdruck gebracht und trägt dem Wunsch Rechnung, dass die Schulleiterin bleiben kann.“