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Bornheim: Nahkauf in Merten bleibt doch erhalten

Supermarkt in Bornheim : Nahkauf in Merten bleibt doch erhalten

Der kleine Supermarkt im Mertener Zentrum sollte im August schließen. Die Bornheimer Politik hat mit der Rewe-Gruppe eine Verlängerung von fünf Jahren ausgehandelt - danach gibt es vielleicht einen neuen Standort.

Eigentlich sollte der Nahkauf-Markt an der Kirchstraße in Merten Ende August seine Türen für immer schließen. Das hatte die Rewe-Gruppe, zu der Nahkauf gehört, Anfang des Jahres bekannt gegeben. Der Markt sei unrentabel, hieß es damals. Wie die CDU mitteilt, bleibe der Markt offen. Und das für die nächsten fünf Jahre. Dazu hätten viele Gespräche mit dem Inhaber der Immobilie, den Projektentwicklern der Handelskette, der Rewe-Geschäftsführung, den Betreibern des Markts und Vertretern aus der Politik beigetragen. „Die Verhandlungen waren konstruktiv und an den Interessen der Bürger orientiert“, sagte CDU-Fraktionschefin Petra Heller.

Die Ratsmehrheit aus CDU, UWG und FDP wertet den Erhalt des Markts als Erfolg, um die Nahversorgung der Bürger zu gewährleisten. Vor allem für die ältere, weniger mobile Bevölkerung wäre die Schließung ein Einschnitt gewesen. „Zumal die jetzigen Betreiber einen sehr guten Service rund um das Einkaufen bieten“, sagte Ortsvorsteher Hans Gerd Feldenkirchen (UWG).

Bürger sollen Markt weiterhin nutzen

Aus diesen Gründen sollten alle Beteiligten versuchen, den Markt im Mertener Zentrum solange wie möglich zu erhalten – auch wenn die Immobilie laut Feldenkirchen „nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Vollversorgers entspricht“. Dazu gehören auch die Bürger, findet Ratsherr Lutz Wehrend, der den  Mertener nahelegt, den Markt an der Kirchstraße zu nutzen.

Langfristige ist ein alter Plan wieder im Gespräch, den Markt an das Nahversorgungszentrum „Am Roten Boskoop“ zu verlegen. Das Gelände an der Bonn-Brühler-Straße ist etwa 500 Meter Luftlinie oder zehn Gehminuten vom Nahkauf entfernt. Dort gibt es schon einen Rewe-Getränkmarkt. Im Stadtentwicklungsausschuss war dieses Vorhaben auf SPD-Antrag früher schon besprochen worden. Damals fand die CDU laut Heller den Zeitpunkt aber unpassend. Nun befürworten CDU, UWG und FDP, den Vorschlag zu prüfen.

Verfahren könnte Jahre in Anspruch nehmen

Das Verfahren könnte aber vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. „Die Erweiterung um einen Vollversorger wäre dort nur mit einer Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans möglich“, berichtete Wehrend.

Auch Rewe habe Interesse daran, den Markt zu verlegen, sollte er sich am alten Standort nicht halten, sagte Heller dem GA. „Das heißt aber nicht, dass wir ‚Am Roten Boskoop’ einen weiteren Supermarkt bauen.“ Den Supermärkten in Waldorf und Walberberg sowie dem geplanten in Rösberg solle keine zusätzliche Konkurrenz gemacht werden. Ob der Nahkauf in den vorhandenen Rewe-Markt integriert oder angebaut werde, müsse geprüft werden – ebenso wie die Frage, wie sich das auf den Verkehr auswirken würde. Im Hinblick auf neue Baugebiete müsse das Standortkonzept des Lebensmitteleinzelhandels im Vorgebirge generell überdacht werden, sind die drei Fraktionen sich einig.