Fußball in Bornheim Asche für den SC Widdig: Planung für Kunstrasen geht in die letzte Phase

Bornheim · Seit zehn Jahren wünscht sich der SC Widdig einen neuen Kunstrasenplatz, der ihren alten Aschenplatz ablösen soll. Mit ihrem neu gestarteten Crowdfunding-Projekt geht der Finanzierungsplan nun in die letzte Phase. An dem Erfolg des Projekts hängt für den Verein die Existenz.

Diese Pfütze gehört schon bald der Vergangenheit an: Der SC Widdig bekommt einen Kunstrasen- anstatt des Ascheplatzes.

Diese Pfütze gehört schon bald der Vergangenheit an: Der SC Widdig bekommt einen Kunstrasen- anstatt des Ascheplatzes.

Foto: Tom Weigelt

Bis 2015 zählten sie zu einem der größten Vereine im Fußballkreis Bonn – der SC Widdig. Doch seit einigen Jahren wandern die Mitgliederzahlen immer weiter nach unten. Aktuell zählt der Verein 140 Mitglieder, deutlich weniger als die 400 Mitglieder, die der Verein noch vor zehn Jahren hatte. „Früher gab es einen regelrechten Kampf um den Trainingsplatz“, erinnert sich Benedikt Vöpel, der erste Vorsitzende des Vereins. Doch inzwischen wandern immer mehr Jugendliche in die Nachbarvereine in Hersel und Urfeld ab. In Hersel laufe deshalb nun der neue Kampf um den Trainingsplatz.

Die Ursache für das Problem sieht der Verein bei ihrem Aschenplatz – neben dem in Bonn ist es einer der letzten in der Region. Bereits seit zehn Jahren wünscht sich der Vorstand deshalb einen Kunstrasenplatz. Bisher scheiterte das Vorhaben aber an der Finanzierung. Um diese möglich zu machen, startete der SC Widdig am 5. Februar eine Crowdfunding-Aktion. Mit dem gesteckten Ziel von 30.000 Euro soll der neue grüne Platz unter anderem finanziert werden. Für den Verein hängt von dem Erfolg einiges ab. „Ohne einen neuen Kunstrasen machen wir es nicht mehr lange“, sagt Vöpel.

Für das Projekt Kunstrasen plant der Verein insgesamt 650.000 Euro ein: 200.000 Euro übernimmt die Stadt für den Unterbau und den Wasserablass, weitere 50.000 Euro erhält der Verein durch den Pachtvertrag des Platzes. Weitere Kosten trägt der Verein selbst: 50.000 Euro kommen aus dem gesparten Kapital. Durch ehrenamtliche Hilfe im Garten- und Landschaftsbau können 60.000 Euro eingespart werden. 200.000 Euro besorgt sich der Verein zudem als Kredit bei der NRW-Bank. Neben den Spenden soll durch weitere Aktionen der Rest des Geldes gesammelt werden.

Der lange Weg zum Kunstrasen

Das Projekt ist 2014 gestartet, scheiterte damals jedoch an dem fehlenden Eigenkapital des Vereins. Zudem sollte der neue Platz damals in Hersel stehen – das wollte der Vorstand nicht. „Unser Einzugsgebiet ist vor allem Wesseling “, sagt Vöpel, „wir wollten lange Wege für die Kinder vermeiden“. 2021 sah man Hoffnung für die Finanzierung in dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“. Doch wegen festgestellter Umweltmängel durch das im Kunstrasen enthaltene Granulat zog die Stadt ihre geplante Förderung zurück. Auch wollte der SC Widdig andere Vereine, die ihre Kunstrasen ohne solch eine Förderung bauen mussten, nicht benachteiligen.

Neben dem neuen Platz wird der Verein den Neubau der momentanen Flutlichtanlage angehen. Die in die Jahre gekommenen vier Lichtmasten sollen erneuert und auf sechs ausgeweitet werden. Betrieben werden sie dann mit modernen LED-Leuchten. Neben den LED-Leuchten will der Verein auch in anderer Weise für mehr Nachhaltigkeit sorgen – und so ein „grüner Verein“ werden. „Wir wollen so viel Grünfläche wie möglich erhalten“, sagt Benedikt Völpel. Auch neue Wiesen will der Verein nach dem Umbau anlegen. Zusätzlich plane der SC Widdig, in Zukunft seine Heizungen nicht mehr mit Gas zu betreiben und eine Photovoltaik-Anlage zu bauen.

Die Bauphase soll bei Erfolg des Spendenprojekts in Absprache mit der Stadt nach den Sommerferien starten. In der Zeit der Bauarbeiten spielen die Mannschaften planmäßig auswärts. „Für die Heimspiele können wir dann den frischen Kunstrasen einweihen“, sagt Vöpel. Über das Projekt kann man sich auf der Webseite des Vereins unter scwiddig.de informieren.

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