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Bornheim: So will die Stadt gegen das Baumsterben vorgehen

Initative der CDU : Wie Bornheim gegen das Baumsterben vorgehen will

Uedorfs Ortsvorsteher Bernd Marx ist in großer Sorge um die Bäume in Bornheim. Aus diesem Grund ist er mit einer Idee an Politik und Verwaltung herangetreten.

Nur ein Baumstumpf ist von der Birke übriggeblieben, die einst in der Herseler Gartenstraße unweit der Gaststätte Prinzenhof gestanden hatte. Bernd Marx, CDU-Ratsherr und Ortsvorsteher des Nachbarorts Uedorf, weist auf den Baumrest hin. Die Birke sei vertrocknet, abgestorben und dann abgesägt worden, erläutert er.

Und damit sie ist nicht die Einzige in der Gartenstraße. Marx führt zu weiteren Baumstümpfen oder leeren Grünflächen, auf denen nicht einmal mehr Reste von Gehölzen stehen. „Früher gab es in der Gartenstraße überall Birken“, sagt Marx. Einige sind noch da, der Zustand so mancher Birke ist augenscheinlich aber auch nicht gut.

Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat den Bäumen in Bornheim stark zugesetzt. Rund 100 Bäume hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren fällen müssen, 40 Stück davon alleine im Jahr 2020. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der Grünen hervor. Nach Ansicht von Bernd Marx werden es nicht die letzten Bäume gewesen sein – wenn nichts unternommen wird.

Bald keine Allee mehr?

Nicht weit entfernt von der Gartenstraße befindet sich die Richard-Piel-Straße, die im Alleenkataster des Landes NRW gelistet ist. Doch die Allee hat bereits eine Lücke bekommen. Eine leere Grünfläche zeugt davon. Zudem weist Marx dort auf eine Winterlinde hin. Auch sie ist in keinem guten Zustand. Es scheint, dass sie eingeht.

Bornheims Bäume speichern CO2 und kühlen das Stadtgebiet, haben aber ein Problem – und die Stadt hat kein Geld. Aus diesem Grund hat Marx zusammen mit dem Herseler CDU-Mann Stefan Großmann einen Vorstoß in den Bornheimer Umweltausschuss eingebracht: Die Stadt solle sich um vorhandene Fördergelder bemühen, um Mittel für neue Bäume zu bekommen.

„Um zu verhindern, dass weitere Bäume in diesem heißen Sommer vertrocknen, soll zudem zeitnah ein Gießwagen beschafft werden, damit die vorhandenen Bäume regelmäßig gegossen werden können“, so Marx weiter. Der Umweltausschuss hat den Antrag einstimmig beschlossen, nun ist die Stadt am Zug.

Neue und gesunde Bäume sind für Marx ein Beitrag zur Umsetzung des jüngst durch den Stadtrat getroffenen Beschlusses, dass die Stadt bis spätestens 2045 in ihrem Verantwortungsbereich klimaneutral sein soll, also nicht mehr CO2 ausgestoßen als eingespart wird. Laut Marx ist Ende September Einsendeschluss für die Förderanträge. Er hofft, dass die Stadt sich um Gelder bemüht.

Stadt will neue Bäume pflanzen

Auf Anfrage des General-Anzeigers teilt Bornheims Stadtsprecher Christoph Lüttgen mit, dass die Stadt in der Tat gerade an dem Antrag für das Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ des Landes sitzt. Allerdings gebe es für das Programm eine sogenannte Antragsbagatellgrenze von 100 000 Euro. „Das heißt, dass die eingereichten Maßnahmen, die gefördert werden sollen, in Summe mindestens 100 000 Euro umfassen müssen“, so Lüttgen.

Das setze daher konkrete Planungen voraus. Unabhängig vom Förderprogramm will die Stadt im Herbst mit Nachpflanzungen beginnen. Lüttgen: „Zunächst einmal sollen im Stadtgebiet rund 50 Bäume ersetzt beziehungsweise gepflanzt werden.“