Stadtentwicklungsgesellschaft gegründet Bornheim will Wohnen günstiger machen

Bornheim · Bornheim plant, Wohnraum künftig bezahlbarer zu machen. Erreichen will die Kommune das mit einer Stadtentwicklungsgesellschaft, die jetzt gegründet wurde.

 Eine neue Stadtentwicklungsgesellschaft soll dafür sorgen, dass Wohnen in Bornheim in Zukunft bezahlbarer wird.

Eine neue Stadtentwicklungsgesellschaft soll dafür sorgen, dass Wohnen in Bornheim in Zukunft bezahlbarer wird.

Foto: Axel Vogel

Wohnraum ist überall knapp und teuer – auch in Bornheim. Dem soll nun die neu gegründete Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) entgegentreten. Eine festgelegte Quote für öffentlich geförderten Wohnraum in jedem Bauprojekt soll Wohnraum in Zukunft bezahlbarer machen.

Konkretes Ziel der neuen Kapitalgesellschaft sind Kauf und Verkauf von Flächen für die Entwicklung und bedarfsorientierte Bereitstellung von öffentlich gefördertem Wohnungsbau sowie Kindertageseinrichtungen, Feuerwehrgerätehäusern und sozialen Einrichtungen. So soll die SEG geeignete Flächen im Namen der Stadt erwerben und planerisch und technisch entwickeln. Dabei ist beim Verkauf der entwickelten Flächen ein Plus in der Bilanz ausdrücklich erwünscht.

FDP bezeichnet Quote als Quatsch

Die Stadtentwicklungsgesellschaft muss sich nach Ansicht von CDU, Grünen, SPD und Unabhängiger Wählergemeinschaft (UWG) selbst tragen. Ein Teil des Gewinns soll in den städtischen Haushalt fließen, erklären die Fraktionen in einer gemeinsamen Mitteilung. 20, 25 beziehungsweise 30 Prozent sollen bei künftigen Wohnbauprojekten für öffentlich geförderten Wohnraum reserviert werden.

Diese Festlegung kritisieren die FDP und Daniel Schumacher (fraktionslos). „Wir Liberale haben nichts gegen öffentlich geförderten Wohnungsbau. Aber Bornheim besteht aus 14 individuellen Ortschaften und überall soll diese Quote gelten. Das hat nichts mit individueller Entwicklung der Ortschaften zu tun. Hier wird ein Maßband angelegt, unabhängig davon, ob dieses in die Ortschaft passt oder nicht“, so Jörn Freynick (FDP). Und weiter: „Eine einheitliche Quote halten wir für Quatsch. Wir sind verwundert, dass CDU und UWG, die in der vergangenen Legislaturperiode diese Meinung teilten, jetzt umfallen.“ Aus Sicht von Schumacher wäre eine kommunale Zusammenarbeit besser gewesen. Zudem zweifelt er an der personellen Ausstattung der künftigen Gesellschaft, sei doch die Stadt jetzt schon personell ausgelastet.

Geld für die neue Gesellschaft im nächsten Haushalt

Bürgermeister Christoph Becker bezeichnet Schumachers Aussagen als „respektlos gegenüber erfahrenen Kommunalpolitikern“. Hans Gerd Feldenkrichen (UWG) sagt: „Nach langen und intensiven Beratungen sollten wir uns fünf vor zwölf das Thema nicht zerreden lassen.“

Für die SPD hat sich mit der SEG ein lang gehegtes Ziel erfüllt. „Endlich ist es soweit, dass Wohnen und bezahlbarer Wohnraum auch in Bornheim vorangebracht werden kann, was dringend notwendig ist und wir lange gefordert haben“, sagt Wilfried Hanft. Er wies darauf hin, dass sich die Kommune mit der SEG wirtschaftlich betätige und damit die Kommunalaufsicht mit im Boot sei. „Der Haushalt muss also ausgeglichen sein. Das müssen wir bei den kommenden Haushaltsberatungen im Blick haben“. Schon im kommenden Haushalt soll das Geld für die neue Gesellschaft bereitgestellt werden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort