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Schnelle Lösungen gesucht: Bornheim sucht händeringend nach Kita-Standorten

Schnelle Lösungen gesucht : Bornheim sucht händeringend nach Kita-Standorten

Die Stadt Bornheim sucht dringend Grundstücke für die Schaffung neuer Kindergärten. 108 Eltern haben zum Beginn des Kindergartenjahres 2018/2019 keinen Kita-Platz für ihren Nachwuchs erhalten.

108 Eltern haben zum Beginn des Kindergartenjahres 2018/2019 in Bornheim keinen Kita-Platz für ihren Nachwuchs erhalten. Das geht aus der Vorlage für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses hervor, der am 4. Oktober im Bornheimer Ratssaal tagt. Die Zahl ermittelte die Stadt anhand des so genannten „Kita-Navigators“, mit dem Eltern einen Betreuungsbedarf für ihr Kind anmelden. Wer keinen Platz erhalten hat, wird per Informationsschreiben um Wiedervormerkung gebeten. Dieser Aufforderung kamen 108 Eltern nach: 91 Kinder unter drei Jahren (U3) und 17 über Dreijährige (Ü3) gingen vorerst leer aus.

Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler auf GA-Nachfrage berichtete, konnten in Hersel durch die Eröffnung der provisorischen, inklusiven Kita an der Allerstraße in Trägerschaft der Lebenshilfe zwei neue Gruppen für 30 Kinder geschaffen werden.

In Hemmerich befindet sich die Erweiterung der bisher eingruppigen Kita „Burgwiese“ aber immer noch in der Umsetzung. „Die zweite Gruppe kann voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Betrieb genommen werden“, so der Bürgermeister. Eine geplante Wiederbelebung der ehemaligen Kita-Räume an der Bornheimer Secundastraße wurde dagegen aufgrund der hohen Kosten verworfen. „Um aktuellen Anforderungen zu entsprechen, hätten die Räume für etwa 400.000 Euro hergerichtet werden müssen“, erläuterte Henseler.

Angesichts steigender Geburtenzahlen und dem Zuzug in die Neubaugebiete sucht die Stadt händeringend nach Grundstücken für die Schaffung neuer Kindergärten. Das ist nichts Neues. Im November 2017 verabschiedete der Jugendhilfeausschuss die „Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen 2018-2021“. Der Beschlussentwurf sieht die Schaffung von insgesamt 22 neuen Kindergartengruppen vor. „Der Bedarf wird darüber hinausgehen“, ist sich Henseler sicher.

Standorte am Hexenweg und Maarpfad möglich

In Merten, Hersel, Roisdorf, aber auch in Rösberg befindet sich die Planung für insgesamt mehr als 500 Wohneinheiten in der Umsetzung. Auch die Baugebiete in Sechtem und am Hexenweg in Bornheim werden in den nächsten Jahren verstärkt weiter betrieben. Um den daraus zu erwartenden Kita-Platz-Bedarf frühzeitig decken zu können, ist aus Sicht der Verwaltung eine „stadtweite Flexibilität“ hinsichtlich der Standortfrage für neue Kindertageseinrichtungen erforderlich. Der Jugendhilfeausschuss soll daher beschließen, dass die Verwaltung die notwendigen Maßnahmen zur Schaffung von Betreuungsplätzen auf dieser Grundlage umsetzen soll. „Ausschlaggebend und vorrangig für die Wahl der Standorte zur Schaffung von neuen Kindergartengruppen ist eine schnellstmögliche Realisierbarkeit der Vorhaben“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Als Kita-Standorte vorgesehen sind derzeit Grundstücksflächen am Hexenweg (Bo 24, sechs Gruppen), in den Neubaugebieten in Merten (M 16, fünf Gruppen) und Hersel (He 31, sechs Gruppen) sowie am Roisdorfer Maarpfad (vier Gruppen). Letztere soll auch als Ersatz für die Container-Kita am Rathaus dienen, deren Betriebserlaubnis im kommenden Jahr ausläuft. „Wir gehen davon aus, dass wir die Kita am Rathaus in Betrieb lassen können, bis die Räume am Maarpfad fertig sind“, so Henseler. Als potenzielle Kita-Standorte geprüft werden zudem der Rösberger Sportplatz oder der Kuckucksweg. Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, sieht die Verwaltung besonders die nahezu zeitgleiche Entwicklung der Baugebiete Me 16 und Me 18 problematisch. Im Neubaugebiet Me18 wird daher die Option für die Einrichtung eines Provisoriums geprüft.

Eine „mehrjährige Übergangslösung“ könnte laut Henseler auch an der Roisdorfer Adenauer-Allee/Bonner Straße gegenüber dem Rathaus entstehen. „Geprüft wird eine Lösung, die eine zeitlang Bestand haben kann, das müssen nicht unbedingt Container sein.“ Als weitere Option nennt er auch eine Erweiterung der Kita „Windrad“ an der Königsstraße, die bisher noch keine U3-Betreuung anbietet. Diese ließe sich allerdings erst nach einem Umzug des Feuerwehrgerätehauses realisieren.

Der Bornheimer Jugendhilfeausschuss tagt am Donnerstag, 4. Oktober, ab 18 Uhr im Bornheimer Rathaus und ist teilweise öffentlich.