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Kindergärten Bornheim: Bornheim will Kita-Beiträge erhöhen

Kindergärten Bornheim : Bornheim will Kita-Beiträge erhöhen

Wegen gestiegener Betriebskosten werden sich Eltern auf höhere Beiträge einstellen müssen. Eltern nutzen die 25-Stunden-Betreuung kaum noch.

Die Eltern von Kindergartenkindern in Bornheim werden sich auf Beitragserhöhungen einstellen müssen. Wie Jugendamtsmitarbeiter Andreas Lützenkirchen im Jugendhilfeausschuss mitteilte, wird derzeit eine Anpassung der Elternbeitragssatzung erarbeitet.

Hintergrund sind die seit der letzten Fassung von 2011 gestiegenen Betriebskosten. Die Gesetzgebung des Landes NRW sieht vor, dass Eltern 19 Prozent der Betriebskosten einer Kindertageseinrichtung tragen sollen. Diese werden in Bornheim derzeit nicht erreicht.

Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler auf Anfrage mitteilte, werde aus diesem Grund „mittelfristig“ eine Erhöhung der Beiträge anstehen. So werden für Eltern nun unter anderem die Auswirkungen des Kita-Streiks, bei dem die Erziehrinnen 2015 eine bessere Bezahlung durchsetzten, spürbar. Wieviel Eltern zukünftig für einen Kindergartenplatz in Bornheim zahlen müssen, steht noch nicht fest. Der Entwurf für die Beitragssatzung mit unterschiedlichen Staffelungsvorschlägen soll unter Beteiligung des Jugendamtes, des Jugendamtselternbeirats sowie der politischen Sprecher abgestimmt und dann den Ratsgremien vorgelegt werden.

Insgesamt erbrachte Bornheim im Haushaltsjahr 2015/16 ordentliche Aufwendungen von 15,3 Millionen Euro für die Tagesbetreuung. Demgegenüber standen Ordentliche Erträge von 9,4 Millionen Euro.

Wie aus der Feststellung des Bedarfs an Betreuungsangeboten in Bornheim außerdem hervorgeht, steigt die Nutzung der wöchentlichen Betreuungszeit von 45 Stunden für Kindergartenkinder in Bornheim weiter an. Im kommenden Kindergartenjahr 2016/17 werden demnach rund 60 Prozent der Eltern von Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren die höchstmögliche Stundenzahl in Anspruch nehmen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 2,1 Prozent. Die Anzahl der Eltern, die ihr Kind nur 25 Stunden pro Woche in der Kita unterbringen, wird sich dagegen verschwindend gering ausnehmen: Im gesamten Stadtgebiet wollen lediglich vier Familien das niedrige Stundenkontingent nutzen. „Vielen Eltern wird vom Träger der gewünschten Einrichtung signalisiert, dass die Chancen auf einen Kita-Platz mit 25 Stunden schlechter sind“, merkte Sabrina Erbakan, Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats, an.

Peter Tourné von der SPD fügte hinzu, dass sich die Beiträge für 25 und 35 Stunden ohnehin nicht gravierend unterschieden und auch der Tagesablauf in den Kitas mittlerweile auf die höheren Stundenzahlen ausgelegt sei. Dies mache die 25-Stunden-Lösung unattraktiv.

Unterdessen geht der U 3-Ausbau in der Stadt Bornheim weiter. Im Kita-Jahr 2016/2017 werden von insgesamt 1642 Plätzen 363 für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen. Im Laufe des letzten Kindergartenjahres konnte in der Kita Sonnenblume Walberberg und in der Kita im Alten Kloster Merten Platz für Kinder unter und über drei Jahren geschaffen werden. Die Kita an der Rilkestraßen wird die Kita Secundastraße ersetzten.

Darüberhinaus wird die Awo-Kita Sonnenstrahl von zwei auf fünf Gruppen erweitert, die Kita Sankt Joseph in Kardorf wird zukünftig vier statt zwei Gruppen umfassen (siehe Kasten)

Alle anvisierten Maßnahmen für das Kindergartenjahr 2016/2017 sind bereits in die Planung aufgenommen worden, um die Voraussetzung für eine finanzielle Förderung sicherzustellen. Für Kinder unter drei Jahren stehen in Bornheim außerdem Tagespflegeplätze zur Verfügung. 160 Plätze wurden im Beschlussentwurf als „bedarfsgerecht“ anerkannt.

Ebenfalls von Bedeutung ist die Schaffung von integrativem Angebot in Bornheim. In zwölf von insgesamt 30 Kitas im Stadtgebiet werden zum 1. August 2016 insgesamt 42 integrative Plätze belegt werden. Mit jeweils zehn Plätzen stellen die Evangelische Kindertageseinrichtung „Die Arche“ in Sechtem und das Katholische Familienzentrum Sankt Sebastian in Roisdorf die größte Anzahl zur Verfügung.

„Wir haben das Ziel, allen Eltern, die einen integrativen Kinderplatz benötigen, ein Angebot machen zu können“, erklärte der Bürgermeister. Sollte zusätzlicher Bedarf bestehen, könnten in einzelnen Einrichtungen weitere Plätze geschaffen werden.