1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Bornheimer erschafft fast täglich Kunstwerke für seinen Sohn

Besondere Butterbrottüten aus Bornheim : Norman Eßer erschafft fast täglich Kunstwerke für seinen Sohn

Um seinem Sohn eine Freude zu bereiten, zeichnet Norman Eßer fast jeden Abend Figuren auf Butterbrottüten. Seine Kunstwerke erfreuen aber nicht nur den Nachwuchs. Selbst ein weltweit agierender Konzern ist bereits darauf aufmerksam geworden.

Kein Kind bekommt ein derart besonderes Pausenbrot mit in die Schule wie Finn aus Hemmerich. Das hat aber nichts mit dem Belag oder der Brotsorte zu tun. Absolut einzigartig ist die Verpackung. Dass seine Butterbrottüten Unikate sind, verdankt der Siebenjährige, der die zweite Klasse der Waldorfer Nikolaus-Schule besucht, seinem Vater Norman Eßer. Mit Leidenschaft verwandelt der 36-Jährige die Papiertüten in Kunstwerke.

Wenn Finn morgens aus dem Haus geht, weiß er noch nicht, was sein Vater auf die Tüte gezeichnet hat, die sich in seinem Schulranzen befindet: vielleicht eine Figur aus den Videospielreihen Super Mario, Sonic oder Pokémon, oder die Tigerente, der Drache Kokosnuss, Schiffe, Dinosaurier oder andere Tiere.

45 Minuten bis drei Stunden

Zwischen 45 Minuten und drei Stunden brauche er für eine Zeichnung, sagt Eßer. Rund 70 Tüten hat er bereits für den älteren seiner beiden Söhne gestaltet. Und will er in absehbarer Zeit damit aufhören? „Auf keinen Fall“, betont Eßer, dessen Butterbrottüten mittlerweile deutschlandweit Fans gefunden haben.

Begonnen hatte es im Februar. Eßer arbeitet als Industriekaufmann in Köln. „Unter der Woche habe ich ziemlich wenig Zeit für meine Kinder“, berichtet er. Abends reiche es meist nur für das Zubettbringen.

Da er aber morgens für das Frühstück zuständig sei, sei er auf die Idee gekommen, ein kleines Bild auf die Butterbrottüte zu zeichnen. „Ich kritzle gerne“, sagt Eßer – wobei seine Zeichnungen beileibe nichts mit Kritzeleien zu tun haben. Mit sogenannten Polychromos, Künstlerfarbstifte für Profis, geht er ans Werk. Ihm sei gar nicht klar gewesen, wie kreativ er sei, so Eßer: „Ich bin eher ein Zahlenmensch.“

Gezeichnet wird abends, wenn die Kinder im Bett sind. Und manchmal bis in die Nacht. Es kommt vor, dass Eßer bis ein, zwei Uhr an einer Tüte sitzt. „Ich bin dann völlig verloren in meiner Arbeit“, sagt er.

Nintendo hat schon reagiert

Das Zeichnen ist für ihn auch eine Art Entspannung – und Ausdruck der Liebe zu seinem Sohn. Finn werde einmal eine tolle Erinnerung an die Grundschulzeit haben, ist sich der Vater sicher. Denn: Die Tüten, die, so Eßer, „Salami und Nutella überlebt haben“, werden aufbewahrt. Der 36-Jährige hat ein Album für seinen Sohn angelegt.

 Auch die Maus hat Norman Eßer auf eine Brottüte gezeichnet.
Auch die Maus hat Norman Eßer auf eine Brottüte gezeichnet. Foto: Norman Eßer

Nicht nur Finn und seine Klassenkameraden sind von Eßers Werken begeistert. Unter dem Schlagwort #Brotpapiertüte teilt der Bornheimer Bilder der Tüten im sozialen Netzwerk Twitter. Zahlreiche positive Reaktionen hat er schon darauf bekommen, darunter sogar von der Videospielfirma Nintendo. Nachdem das Unternehmen auf die Super-Mario-Tüten aufmerksam geworden war, erhielt die Familie ein Paket mit Fanartikeln. „Ich hätte nie gedacht, dass es so ein Ausmaß annimmt“, sagt Eßer.

Über allem steht aber sein fester Wille, seinem Sohn eine Freude zu machen. Und das gelingt so gut, dass der 36-Jährige möglicherweise bald noch mehr zu tun bekommt. Schließlich gibt es da noch Finns zweijährigen Bruder Felix. „Wenn er in Schule kommt, will er sicher auch Tüten haben“, sagt Eßer – und strahlt.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Der General-Anzeiger arbeitet dazu mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Wie die repräsentativen Umfragen funktionieren und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.