Schulstraße zwischen Kardorf und Merten Bornheimer fordern Freigabe der Schulstraße

Bornheim · Trotz verbesserter Verkehrssicherheit hat der zuständige Rhein-Sieg-Kreis die Sperrung bisher nicht aufgehoben. Währenddessen stärkt die Politik der Stadt Bornheim den Rücken für weitere Gespräche.

Die Debatte um die zwischen Kardorf und Merten gesperrte Schulstraße ist längst nicht beendet. Mit Nachdruck fordern Politiker verschiedener Fraktionen, die Ortsvorsteher der beiden Stadtteile sowie die Stadtverwaltungsspitze weiterhin die Öffnung der Straße. Deutlich wurde dies in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Einstimmig verabschiedeten die Mitglieder einen Antrag der FDP. Inhalt: Bürgermeister Wolfgang Henseler soll mit „geeigneten Mitteln“ auf eine Aufhebung der Sperrung der Schulstraße hinwirken.

Bekanntlich hatte die Unfallkommission des Rhein-Sieg-Kreises im April 2014 beschlossen, die Verbindungsstraße zwischen den beiden Vorgebirgsorten für den Autoverkehr zu sperren. Anlass war, dass die in Merten angrenzende Kreuzung Schubertstraße/Offenbachstraße/Schulstraße ein Unfallschwerpunkt ist.

Ende März 2016 wurde die Kreuzung umgebaut, um sie verkehrssicherer zu machen. Dennoch gab die Unfallkommission die Straße nicht frei.

„Wenn der Kreis nicht will, erreichen wir wenig“, sagte Ute Kleinekathöfer (SPD) in der Ausschusssitzung. Lobende Worte fand sie für die Ideen von Kardorfs Ortsvorsteher Herbert Gatz. Dieser hatte, wie berichtet, eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, um die Unfallgefahr an der Kreuzung zu mindern: etwa Fahrbahnverengungen auf der Schubertstraße in beiden Richtungen circa 100 Meter vor der Kreuzung oder die Versetzung der Ortstafel „Merten“ aus Richtung Rösberg kommend um rund 90 Meter. Kleinekathöfer wünschte sich, die Verwaltung solle die Ideen von Gatz prüfen und in weitere Gespräche mit der Kreisverwaltung einbringen.

Als Mertener Ortsvorsteher sprach sich auch Hans Gerd Feldenkirchen (UWG) für die Öffnung der Schulstraße aus. Die Ideen seines Kardorfer Kollegen gingen allerdings in die falsche Richtung, meinte er. Wenn im Kreuzungsbereich zu langsam gefahren werde, bestehe die Gefahr von Auffahrunfällen. „Das hatten wir schon“, sagte Feldenkirchen. Lutz Wehrend (CDU) bat darum, den Ansatz seines Parteifreundes Gatz nicht zu zerreden. Die Ideen seien ein Weg, wie man den Kreis vielleicht überzeugen könne. „Wir sind uns alle einig, dass die Straße wieder geöffnet werden muss“, so Wehrend.

Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler auf Anfrage des General-Anzeigers sagte, liegt mittlerweile die Antwort auf sein Schreiben an Landrat Sebastian Schuster vor. Henseler hatte in dem Brief darum gebeten, dass Schuster den von der Unfallkommission des Kreises gefassten Beschluss zur Sperrung der Straße überdenkt. Schuster habe nun ein weiteres Gespräch zwischen dem Straßenverkehrsamt des Kreises und der Stadt angeboten.

Aus Henselers Sicht kann die Sperrung der Straße nur befristet sein. Er erwarte, dass sich die Fachleute Gedanken machten, wie die Kreuzung sicherer gestaltet werden könne, sagte er. „Die Möglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft.“