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Haus Regenbogen: Bornheimer Kita-Kinder werden zu kleinen Gärtnern

Haus Regenbogen : Bornheimer Kita-Kinder werden zu kleinen Gärtnern

Die Bornheimer Kindertagesstätte „Haus Regenbogen“ entwickelt sich zu einer Acker-Kita mit einem Kita- und Familiengarten - frei nach dem Motto „gesund und nachhaltig leben“.

Für die Bewirtschaftung einer Gemeinschaftsfläche hat das städtische Familienzentrum an der Knippstraße von den Großeltern eines Kitakindes einen brachliegenden Acker am Gemüseweg gepachtet.

Dort werden im Mai zum ersten Mal 26 Vier- und Fünfjährige Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln und anderes Gemüse anpflanzen. Im Laufe des Jahres werden auch noch heimische Obstbäume und Sträucher wie Quitte, Pflaumen, Äpfel, Kirschen sowie Sträucher mit Johannisbeeren und Stachelbeeren dazukommen. Familien, die keinen eigenen Garten haben, können dann dort auf einer Parzelle von fünf bis 15 Quadratmetern ihr eigenes Obst und Gemüse ziehen.

Förderverein unterstützt das Projekt

Der Förderverein um die Vorsitzende Nicola Lichius unterstützt das Projekt sowohl finanziell als auch durch Pflegearbeiten. Sie sagt: „Durch das gemeinsame Betreiben von Landwirtschaft wird eine Gemeinschaft herbeigeführt beziehungsweise gestärkt, ausländische Kinder und ihre Familien werden besser integriert. Als Acker-Kita übernehmen wir im Vorgebirge sogar eine Vorbildfunktion“.

Und in der Tat ist die Einrichtung einer Acker-Kita laut Leiter Lothar Nehren in Bornheim eine Premiere. Das Projekt samt Konzeption hat der Förderverein beim Klimaschutz-Wettbewerb des Energiedienstleisters e-regio eingereicht. Der Gewinner wird bis Ende März per Online-Votum ermittelt. Mit ihrem bisherigen dritten Platz weist die Roisdorfer Kita derzeit eine gute Platzierung auf. „Alle Eltern, Omas und Opas sowie Bekannte voten jeden Tag erneut. Denn wir möchten unbedingt den ersten Platz erzielen und damit die 5000 Euro Preisgeld erhalten“, erläutert Maike Seibel vom Elternbeirat. Denn Geld als Anschubfinanzierung – es müssen noch Geräte für Kinder und Erwachsene, Bäume und Pflanzen, ein Zaun zur Flächenbegrenzung und eventuell noch ein großer Bollerwagen gekauft werden – ist dringend erforderlich.

Ackerdemie berät Erzieher und Kinder

Den Erzieherin und Nachwuchs-Landwirten hilfreich zur Seite steht in den nächsten sechs Jahren dabei die Gemüse Ackerdemie, eine Institution, die Kitas und Schulen im Anbau von Lebensmitteln berät sowie Workshops für Lehrer und Erzieher anbietet. Nach den bisherigen Konzeptschwerpunkten von Bewegung und Gesundheit bietet die Roisdorfer Kita mit dem künftigen nachhaltigen und ökologischen Anbau nun einen dritten Aspekt in der Erziehung.

Schon vor 15 Jahren wurde am örtlichen Blütenweg eine Waldfläche von 2000 Quadratmetern angemietet. „Damit die Kinder Natur hautnah und ganz besonders erleben können“, macht der Kita-Leiter Nehren deutlich. Das neue Projekt ist für den Sozialpädagogen, der im kommenden Jahr in Rente geht, ein weiterer Höhepunkt und zugleich Abschluss seiner beruflichen Laufbahn.

„Wir wollen das Bewusstsein unserer jüngsten Generation und ihrer Familien für eine zukunftsfähige Lebenshaltung schärfen und für den Naturkreislauf und seine Bedeutung für den Menschen, die Tiere, die Pflanzen und somit für den Erhalt beziehungsweise die Wiederbelebung der Natur sensibilisieren“, hat das Acker-Team die Intention einer landwirtschaftlichen Betätigung zusammengefasst. Seibel, Mutter von Leonard (3) und Lina (6), findet es wichtig, dass „unsere Kinder das Ackerjahr einmal durchgehend erleben – und das unter Anleitung“.

Informationen zum Projekt stehen auf der Webseite von e-regio unter www.herz-und-energie.de.