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Bornheimer Stadtarchiv stellt sich neu auf

Neue Mitarbeiterin ab Mai : Bornheimer Stadtarchiv stellt sich neu auf

Das Bornheimer Stadtarchiv befindet sich im Umbruch. Eine der großen Aufgaben ist die Digitalisierung. Ab Mai gibt es eine neue Mitarbeiterin.

Wachsende Aufgaben, immer mehr digitale Dokumente, geringer Platz: Das Bornheimer Stadtarchiv befindet sich im Umbruch. Dass 60 Quadratmeter für Dokumente, Urkunden und Bildmaterial definitiv nicht ausreichen und das Archiv im Keller des Rathauses aus allen Nähten platzt, stand schon seit einigen Jahren fest. Um der Raumnot wenigstens einigermaßen entgegenzuwirken, wurde nun ein Teil der Akten – vor allem aus den früheren Bürgermeisterämtern Sechtem, Waldorf und Hersel – in angemieteten Räumen in Kerpen-Sinsdorf untergebracht, eine Lösung, die für Stadtarchivar Jens Löffler wegen der Fahrerei nur vorübergehend sein kann. „Es geht viel Arbeitszeit verloren. Auf lange Sicht braucht der Archivar seine Archivalien in der Nähe“, hat er in den letzten Monaten immer wieder festgestellt.

Die Suche nach einem Dienstleister mit geeigneten Räumen war nicht ganz einfach, denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit mussten stimmen – Vorgaben, die sich im Rhein-Erft-Kreis erfüllten. „Ziel ist und bleibt es, die Akten wieder zurückzuholen. Am besten wäre natürlich eine Erweiterung der Räumlichkeiten im Rathaus, da wir dann den kleinen Dienstweg zur Verwaltung nutzen können. Auch wäre das für die Bürger praktischer“, stellt der 35-jährige studierte Historiker, der seit zwei Jahren berufsbegleitend seinen Master in Archivwissenschaft macht, fest.

Bornheim will sich dem Verbundsystem des Digitalen Archivs NRW anschließen

Seit den 1980er-Jahren befindet sich das Archiv im Verwaltungsgebäude an der Rathausstraße. Damals wurden Akten wenig professionell in Kartons gestapelt. Erst mit dem Ankauf der Schriftsammlung des Heimatforschers Norbert Zerlett (1911-1993) begann unter der Federführung der Verwaltungsfachangestellten Hildegard Heimig eine systematische Katalogisierung. Seitdem hat der Bestand rapide zugenommen – zum Teil auch durch gesetzliche Vorgaben, wie zum Beispiel die Aufbewahrung der Bücher über Geburten, Heiraten und Todesfälle.

Während bis vor einigen Jahren Dokumente ausschließlich auf Papier existierten – sie wurden in den vergangenen Jahren teilweise digitalisiert – steht das Archivwesen seit der zunehmenden Kommunikation mittels elektronischer Daten vor einer neuen Herausforderung. So auch Bornheim, das sich dem Verbundsystem des Digitalen Archivs NRW anschließen will. Das habe, so Löffler, den Vorteil, dass die jeweiligen Daten redundant an verschiedenen Orten gespeichert werden können.

Interkommunale Zusammenarbeit wird Ende März beendet

Bornheims Archivar hält die Speicherung digitaler Akten sogar für langlebiger als papierene. „Digitale Akten kann man migrieren. Sie können von einem Standort an einen anderen, von einem Format in ein anderes oder von einer Applikation in eine andere verschoben werden.“ Für ihn sei es nicht immer einfach, die schnelle technische Entwicklung immer im Auge zu behalten.

Unterstützt wird er ab 1. Mai dabei von einer Kollegin, sodass „wir unsere Dienstleistungsqualität verbessern können“. Auch mit der zweiten Stelle wird die Archivarbeit nicht weniger werden. Daher wird Löffler seine bisher eintägige Tätigkeit für das Alfterer Archiv ab April auch nicht fortsetzen. Die interkommunale Zusammenarbeit dafür läuft Ende März aus.