1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Probleme bei Glasfaserausbau : Bornheimer wartete wochenlang aufs Internet

Probleme bei Glasfaserausbau : Bornheimer wartete wochenlang aufs Internet

Die Telekom baut das Glasfasernetz in Bornheim aus. Bei der Umstellung auf die neue Leitung ging beim Vorsitzenden des Roisdorfer Gewerbevereins allerdings einiges schief. Vier Wochen lang versuchten Techniker, seinen Anschluss online zu bringen.

Ein Monat ohne Internet. Im mildesten Fall bedeutet das vier Wochen ohne Streamingdienst, im schlimmsten Fall Umsatzeinbußen, weil man seinem Job nicht nachgehen kann. Im Zuge des Glasfaserausbaus der Telekom in Bornheim musste nun Harald Stadler, Vorsitzender des Vereins Roisdorfer Gewerbetreibender, einen Monat auf Internet und Telefon verzichten. Trotz mehrfacher Besuche eines Technikers. Die Telekom macht auf Anfrage interne Probleme beim Ablauf verantwortlich.

Stadler gehört zu den rund 1140 Bornheimern, die sich in der ersten Phase des Glasfaserausbaus für einen Hausanschluss bei der Telekom registriert hatten. Nachdem die Arbeiten sich mehrfach verzögert hatten (der GA berichtete), erhielt Stadler Ende August die Mitteilung, dass ein Techniker den Anschluss am 24. September freischalten werde.

Dieser stellte Stadler zufolge an besagtem Tag jedoch fest, dass die Verbindung vom Haus zum Schaltkasten an der Straße nicht freigeschaltet war. „Er verweist auf seine Nichtbeauftragung für diese Dienstleistung und meldet dies der Telekom. Inzwischen war aber die bestehende Festnetzverbindung über das Kupferkabel deaktiviert worden und ich war von jedweder Telekommunikation per Festnetz abgeschnitten“, berichtet der SPD-Politiker.

Alter Anschluss konnte nicht reaktiviert werden

Auf seine schriftliche Beschwerde hin sei am 6. Oktober der nächste Techniker gekommen – aber nicht, um den Glasfaseranschluss zu aktivieren, sondern um den alten Anschluss zu reaktiveren. „Doch dies war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, Zitat: ‚aus technischen Gründen‘“, erinnert er sich. Auf einen erneuten Brief an die Telekom sei dann die Zusage gefolgt, dass ein Techniker den Glasfaseranschluss spätestens zum 10. Oktober aktivieren werde.

14. Oktober: Keine Spur vom Techniker, Stadler beschwerte sich erneut. Zwei Tage später kamen ihm zufolge gleich zwei Techniker und stellten die Verbindung vom Schaltkasten an der Straße zum Haus her – aber nicht bis in die Wohnung. Dafür müsse ein anderer Techniker kommen, hätten sie gesagt. Dieser stellte Stadler zufolge am 20. Oktober fest, dass die Anschlüsse nun alle korrekt seien. Internet gab’s trotzdem nicht, da, so der Techniker laut Stadler, ein Auftrag in der Telekomverwaltung noch nicht abschließend bearbeitet worden sei. Gelöst wurde Stadlers Problem am 23. Oktober, als ein Servicetechniker den Anschluss freischaltete und die Geräte installierte.

Telekom: Netzwerke sind komplex

Wirklich erklären kann die Telekom die Vorgänge im Hause Stadler nicht. Kupferleitungen würden nicht „abgestellt“, sondern parallel zum Glasfasernetz betrieben, erklärt Telekom-Sprecher Stephen McKinney. „Im vorliegenden Fall gab es leider diverse interne prozessuale Probleme in der Bearbeitung beziehungsweise Realisierung des Auftrags. Das war übrigens auch für uns sehr ärgerlich.“

Ob es normal ist, dass für jeden Schritt ein extra Techniker notwendig ist? „Nein, das ist nicht die Regel, kann aber vorkommen. Zum Beispiel, wenn es sich erst vor Ort herausstellt, dass der Fehler an einer anderen Stelle als ursprünglich angenommen aufgetreten ist“, sagt McKinney. Er verweist darauf, dass Telekommunikationsnetze und die dahinter liegenden Systeme technisch komplex seien.

Ob solche Probleme auch bei anderen Bornheimer Kunden aufgetreten waren, konnte er ohne konkrete Kundendaten nicht beantworten. Immerhin: Das Unternehmen hält dem Sprecher zufolge an seinem Plan fest, bis Ende des Jahres alle Kunden aus der ersten Phase surfbereit am Glasfasernetz angeschlossen zu haben.

Anmeldung für zweite Ausbauphase läuft

Stadler erhält laut McKinney eine Kulanzgutschrift. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt bei Stadler trotzdem. „Ich kann aus den persönlichen Erfahrungen heute keinem mehr empfehlen, sich einen Glasfaseranschluss von der Telekom ins Haus legen zu lassen“, sagt er.

Die zweite Ausbauphase ist derweil, wie berichtet, in der Vorbereitung. Bisher haben sich laut Telekom 1611 (59 Prozent) von 2700 benötigten Interessenten für einen Hausanschluss angemeldet. Die Zahl muss bis zum 15. Dezember erreicht werden, sonst fährt das Unternehmen nicht mit dem Ausbau fort.