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Mit Maske auf dem Peter-Fryns-Platz: Bornheimer will sich zum Schulstart solidarisch zeigen

Mit Maske auf dem Peter-Fryns-Platz : Bornheimer will sich zum Schulstart solidarisch zeigen

Thorsten Knott will am Mittwoch mehrere Stunden mit Maske auf dem Bornheimer Peter-Fryns-Platz sitzen. Das ist aber keine Kritik an den Corona-Regeln, sondern eine Zeichen der Solidarität.

Am Mittwoch sollen die Temperaturen wieder die 30-Grad-Marke überschreiten. Thorsten Knott will sich davon aber nicht abhalten lassen. Aus Solidarität mit den Schülerinnen und Schülern, für die an diesem Tag die Schule beginnt, will der Bornheimer von 8 bis 13 Uhr an einem Schreibtisch auf dem Peter-Fryns-Platz sitzen und dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Bekanntlich startet der Schulbetrieb unter strengen Schutzbedingungen vor dem Coronavirus. Unter anderem gilt Maskenpflicht in den Schulgebäuden und auf dem Gelände, in weiterführenden und berufsbildenden Schulen zudem im Unterricht.

Regeln gehören dazu

Im Gespräch mit dem GA versicherte Knott, dass seine Aktion keine Kritik an den Corona-Regeln sei. Die Familie hielte sich an die Regeln. Diese seien demokratisch zustande gekommen, und in einer Gemeinschaft gehöre es dazu, sich an Regeln zu halten. Knott ist Vater von zwei elfjährigen Töchtern und arbeitet als Schulbegleiter. Man wisse noch viel zu wenig über das Virus und könne es nur gemeinsam besiegen, sagte er.

Mit der Aktion wolle er den Blick auf die jungen Menschen lenken. Die meisten von ihnen hätten die Corona-Einschränkungen – kein regulärer Unterricht, wenig Kontakt zu Freunden sowie gestrichene Aktivitäten in Vereinen und den Ferien – ohne große Klagen ertragen. „Damit haben sie soziale Verantwortung übernommen“, sagte Knott.

Auch solle seine Aktion nicht als Kritik am Handeln der Politik verstanden werden. Allerdings sollten die Verantwortlichen aus der Pandemie Lehren ziehen und die Digitalisierung des Lernens vorantreiben. „Die Schulen sollten technisch aus dem 20. Jahrhundert herausgeholt werden“, forderte er. Das nun beginnende Schuljahr werde kein normales, ist Knott überzeugt. Das müsse im Sinne der Schüler berücksichtigt werden. Es müsse darum gehen, wieder ins vernünftige Lernen zu kommen.

„Énfant terrible der Bornheimer Politik“

Thorsten Knott ist in Bornheim kein Unbekannter. „Ich bin das Énfant terrible der Bornheimer Politik“, sagte er mit einem Lächeln. Ende 2013 war er nach internen Differenzen aus der FDP ausgetreten. Zuvor hatte er sich nach vielen Jahren aus der Bornheimer Ratsarbeit zurückgezogen. Wie Knott sagte, habe er nun einen Ortsverband (OV) von Die Partei gründen wollen, was aber mangels Mitstreiter nicht geklappt habe.

Wie Kai Huneke, Generalsekretär des Kreisverbands und Vorsitzender des OV Troisdorf von Die Partei, auf GA-Anfrage sagte, habe man Knott aufgefordert, alle Aktivitäten im Namen der Partei einzustellen und ihn rechtlich belehrt, nachdem dieser einen Aufruf gestartet habe, der nicht mit den Grundsätzen der Partei vereinbar gewesen sei. Weiter ins Details ging Huneke nicht. Knott erklärte dazu, dass er sich voll einig mit den Grundsätzen der von Martin Sonneborn gegründeten Partei sehe, den Politikbetrieb satirisch aufzumischen.

2015 wollte Knott eine Ortsgruppe des Deutschen Kinderschutzbundes gründen. Aus gesundheitlichen Gründen habe er das bislang nicht weiterverfolgt, berichtete er.