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Corona im Wohnstift Beethoven: Bewohnerin schreibt emotionalen Brief

Corona im Bornheimer Wohnstift Beethoven : Bewohnerin schreibt emotionalen Brief an die Stadt

Eine Bewohnerin des Wohnstifts Beethoven kritisiert die Komplettquarantäne der Bornheimer Einrichtung. Der Kreis meldet derweile weitere Corona-Fälle.

Im Wohnstift Beethoven in Bornheim gibt es weitere Corona-Fälle. Das teilte die Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises am Dienstag mit. Mit Stand von Montagabend seien mittlerweile insgesamt 51 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte Kreissprecherin Rita Lorenz: 32 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 19 Angestellte der Seniorenwohneinrichtung.

Die hohe Corona-Fallzahl in der Einrichtung war vergangene Woche bekannt geworden. Am vergangenen Freitag hatte der Kreis 24 Bewohner und 16 Mitarbeiter als positiv getestet gemeldet. In der Folge hatte es weitere Testungen gegeben, die nun die weiteren Befunde erbrachten.

Lorenz zufolge sollen die Bewohner der Einrichtung an diesem Mittwoch zum dritten Mal getestet werden. Wie berichtet, hatte das Gesundheitsamt des Kreises infolge der Infektionszahlen die Einrichtung unter Quarantäne gestellt. Insgesamt sind davon 300 Personen betroffen.

90-Jährige schreibt Brief an die Stadt

Dieses Vorgehen hatte Kritik bei einem Angehörigen hervorgerufen. Mittlerweile liegt dem General-Anzeiger zudem ein Schreiben einer nach eigenen Angaben 90-jährigen Bewohnerin des Wohnstifts an die Stadt Bornheim vor. Die Quarantäne wird durch den Kreis veranlasst, für die konkreten Verfügungen dazu ist wiederum das jeweilige Ordnungsamt zuständig.

Die Seniorin kritisiert in dem emotionalen Brief die soziale Isolation der Bewohner durch die Quarantäne und die damit einhergehenden psychischen Belastungen. Sie spricht sich dafür aus, dass die Quarantäne für negativ getestete Personen aufgehoben wird. Innerhalb des Wohnstifts leben die Menschen in eigenen Wohnungen. Es gibt aber auch Gemeinschaftsräume.

Kreis: Negativer Test beendet Quarantäne nicht automatisch

Lorenz wiederholte auf GA-Nachfrage, dass die vollständige Quarantäne angeordnet worden sei, weil sich Infektionsrisiken nicht ausschließen ließen. Zudem führe ein negatives Testergebnis nicht zum automatischen Ende der Quarantäne.

Diese ende nach 14 Tagen und wenn die Person symptomfrei sei. Nach Angaben des Wohnstifts sollen alle positiv getesteten Personen symptomfrei sein.