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Neue Ziele des Gewerbevereins Roisdorf: Das ganze Dorf soll mitfeiern

Neue Ziele des Gewerbevereins Roisdorf : Das ganze Dorf soll mitfeiern

Die Gewerbefeste des Gewerbevereins Roisdorf fanden zuletzt wenig Interesse. Was man daran verbessern könnte, besprachen die örtlichen Unternehmer nun in der Mitgliederversammlung.

Das Gewerbefest des Roisdorfer Gewerbeverein fand zuletzt wenig Interesse. Warum das so ist und was stattdessen möglich war, besprachen die Gewerbetreibenden im Alfterer Herrenhaus Buchholz. Ihr Ziel am Ende: ein Fest mit dem ganzen Dorf und neue Konzepte zur Vernetzung untereinander.

Beim Vereinstreffen war allerdings schon die Wahl der Örtlichkeit in Alfter für die 25 Bornheimer Unternehmer nicht unbedingt nachvollziehbar. „Dabei ist es ganz einfach: Wenn man bedenkt, dass bis in die 80er-Jahre die Hälfte des Areals zu Roisdorf gehörte, kann man sagen, dass wir in heimischen Gefilden sind“, erklärte der Vorsitzende Harald Stadtler.

Diskussionsthema des Abends war danach die Zielausrichtung des Gewerbevereins und Sinn beziehungsweise Nutzen des Gewerbefestes, das seit 2009 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Roisdorfer Brunnenfest über die Bühne geht. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte 2018 erfolgreich gegen verkaufsoffene Sonntage im Gewerbepark-Süd geklagt. Durch dieses Urteil des Oberverwaltungsgerichts stand der Gewerbeverein mit seinen Veranstaltungen Martinimarkt und Frühlingsfest vor dem Aus. Der erste Schritt für eine Neuausrichtung des Gewerbefestes 2019 war eine Durchführung im Suti-Center. Allerdings habe es sich nicht gelohnt, so die Bilanz am Donnerstag. Die Resonanz sei zu gering gewesen. Vor allem die Anzahl der teilnehmenden Betriebe sei, so Stadtler, in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen.

Auf eine Umfrage des Vorstands gab es wenig Rückmeldung

Um herauszufinden, warum das so ist, hatte der Vorstand im November eine Befragung unter den 66 Mitgliedern durchgeführt – mit einem Rücklauf von nur 36 Prozent. Von den erreichten 25 Unternehmen sprachen sich nur 13 für die Fortsetzung eines Gewerbefestes in herkömmlicher Weise aus, zwölf lehnten Events ab. Sie wünschten sich den Gewerbeverein als ausschließliche Interessenvertretung.

Für Roman Paprakon, Inhaber von ESARDEEE und erst seit Kurzem Mitglied im Verein, seien Gewerbefeste jedoch notwendig, um neue Produkte vorzustellen. „Es macht aber nur Sinn, wenn wir mit unserem Stand nicht alleine stehen“, sagte er. Zur Pro-Gewerbefest-Fraktion zählte auch Werner Wexeler vom gleichnamigen Autohaus: „Ich würde am liebsten mehrere solcher Veranstaltungen im Jahr durchführen. Die Anziehung liegt darin, wenn auch andere Branchen am Start sind.“

Mitglieder wünschen Angebote zur Vernetzung untereinander

Aus Sicht von Regina Pütz und Sascha Erdbories vom Pin-Up-Bowling-Center seien Unternehmens-Speed-Dating-Börse oder auch ein Unternehmer-Frühstück für Alt- und Neu-Unternehmer wesentlich attraktiver. „Kontakte herzustellen ist die Aufgabe eines Gewerbevereins“, so Pütz Ansicht. Eine Überlegung, die im kommenden Frühjahr umgesetzt werden könnte. Der Vorstand wird es in den kommenden Wochen diskutieren.

Mehrheitlich einig waren sich die Mitglieder darüber hinaus, dass eine Präsentation in der Öffentlichkeit notwendig sei. Allerdings nicht als Gewerbe- sondern als eine Art Dorffest. Denn dieses, so Gerdi Reiffert, locke sowohl Betriebe zum Mitmachen als auch mehr Besucher an. Mit Ständen und einer Band soll eine solche Veranstaltung nach den Sommerferien 2022 auf dem Areal des Roisdorfer Brunnens steigen