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„Offene Gartenpforte“ in Brenig: „Das ist mein Sommerwohnzimmer“

„Offene Gartenpforte“ in Brenig : „Das ist mein Sommerwohnzimmer“

Barbara Hillebrand aus Brenig gibt am Wochenende Einblicke in ihren Naturgarten im Rahmen der Aktion „Offene Gartenpforte“.

Die Pfingstrosen blühen in leuchtendem Pink, die Apfelbäume tragen weiße Blüten und der Mangold strahlt in Orange und Gelb. Auf rund 1500 Quadratmetern erstreckt sich der farbenprächtige Naturgarten von Barbara Hillebrand. Die Bildhauerin und Kulturpädagogin aus Brenig nimmt zum dritten Mal an der Aktion „Offene Gartenpforte“ teil. Dabei laden private Gartenbesitzer Interessierte an Wochenenden dazu ein, ihre Gärten zu besichtigen.

„Das ist mein Sommerwohnzimmer“, sagt Barbara Hillebrand und zeigt auf die kleine Oase. Seit knapp 30 Jahren leben sie und ihr Mann auf dem alten Bauernhof mit angrenzendem Bauerngarten, der am Zentwinkelsweg liegt. „Als wir hierhin gezogen sind, war das alles bis auf drei Bäume nur Brachfläche.“

Als die vier Kinder noch klein waren, verpachtete die Familie einen Teil des großen Gartens. „Der Frau, die den unteren Teil des Gartens gepachtet hat, war es dann zu anstrengend alle Pflanzen mitzunehmen, und da hat sie mich gefragt, ob sie die hierlassen könnte und ich mich weiter darum kümmern würde“, erzählt Hillebrand.

Nach dem ersten Sommer mit Gartenarbeit habe sie sich dann „heillos“ in den Garten verliebt. Pro Tag verbringt sie dort durchschnittlich eine halbe Stunde. Außerdem legt sie sich im Winter einen Gartenplan an, auf dem sie notiert, was sie im Frühjahr in welche der 32 Gemüsereihen setzt. „Man muss ja auch überlegen, welche Pflanzen man nebeneinander setzt, welche viel Sonne vertragen und welche besser in den Halbschatten kommen. Ich pflanze das Gemüse auch in versetzten Zeiträumen, damit wir später nichts wegschmeißen müssen, weil wir natürlich nicht alles auf einmal essen können“, erklärt die Bildhauerin.

Vier Apfelbäume, einen Pflaumenbaum und 32 Reihen Gemüse sowie eine Menge Blumen sind in ihrem bildschönen Garten zu finden. „Es ist irre zuzusehen, wie schnell sich alles verändert. Die ,Jungfern im Grünen' werden in der nächsten Woche aufgehen.“ Dabei handelt es sich um eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse.

Rückblicke

Früher hatten auch ihre vier Kinder ihre eigenen kleinen Beete im Garten. Doch heute, wo die Kinder aus dem Haus sind, kümmert sich die Kulturpädagogin alleine um Gemüse und Obst. Im Sommer benötigt sie kein Gemüse oder Obst aus dem Supermarkt, sie bekommt alles aus eigenem Anbau, und auch im Winter muss Hillebrand wenig dazukaufen. „Letztes Jahr hatten wir so viele Äpfel, dass ich daraus 180 Liter Apfelsaft habe pressen lassen.“

Von der Arbeit im Grünen hat sich die Bildhauerin auch für ihre Kunst inspirieren lassen. Sie zeigt an den Tagen, an denen ihr Gartentor für die Öffentlichkeit offen steht, nicht nur ihren reichhaltigen Naturgarten, sondern auch Skulpturen und Zeichnungen zum Thema „Saatgut“.

„Ich finde es erstaunlich, was die keinen Körner und Samen so alles leisten, obwohl sie so simpel aussehen“, sagt Hillebrand. „Aus einem simplen Samen entsteht so ein Formenreichtum, das ist einfach ein irres Thema.“ Die Künstlerin hat sich zuerst mit den Pflanzen an sich beschäftigt und ist dann zum Thema Samen gekommen. So kann man neben Bohnen und Linsen auch Salatköpfe aus Stein bewundern.

Die Gartenpforte von Barbara Hillebrand, Zentwinkelsweg 3 in Bornheim-Brenig, ist am Sonntag, 22. Mai, und Sonntag, 19. Juni, jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Bildhauerin bietet um 15 Uhr und um 17 Uhr eine Gartenführung an.

Mehr Infos sowie alle Termine und Teilnehmer finden Sie hier.

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