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Bauprojekt auf dem Tennenplatz: Das sind die Pläne für die Kita in Rösberg

Bauprojekt auf dem Tennenplatz : Das sind die Pläne für die Kita in Rösberg

Wo früher Fußball gespielt wurde, soll jetzt eine Kita entstehen: Die Stadt Bornheim hat den Bürgern ihre ersten Pläne für den Kita-Bau auf dem Tennenplatz vorgestellt.

Die Pläne für eine neue Kita auf dem alten Sportplatz in Rösberg, dem Tennenplatz, nehmen Form an. Über die Entwürfe informierte die Stadt Bornheim ihre Bürger nun bei einer Versammlung in der Turnhalle der Rösberger Markus-Schule.

■ Wie viele Plätze sollen entstehen? Die Kita soll 65 Betreuungsplätze in rund vier Gruppen bieten, sagte Maruan Azrak, Leiter des Jugendamts. Man wolle nicht nur den gesetzlichen Minimalanforderungen entsprechen und irgendwo in der Stadt Plätze schaffen, sondern in den Stadtteilen, in denen sie am meisten gebraucht würden.

■ Warum mehr Plätze? Azrak erklärte: Im Gebiet Hemmerich, Rösberg und Merten gebe es aktuell drei Kitagruppen – in der städtischen Kita Burgwiese und bei der Elterninitiative „Der Spatz“, welche sich beide in Hemmerich befinden. „Es hat einen deutlichen Anstieg des Bedarfs an Kitaplätzen gegeben, der höher ist als im Bedarfsplan“, sagte der Leiter. Der Grund dafür seien Zuzüge, mehr Geburten (circa 500 im Jahr) und die steigende Nachfrage nach früheren Betreuungszeiten.

■ Welcher Teil des Sportplatzes ist betroffen? Der Platz liegt zwischen der Metternicher Straße im Süden, dem Fürchespfad im Norden, einem Wirtschaftsweg im Westen und Wohnhäusern im Osten. Das 2500 Quadratmeter große Grundstück für die Kita liegt in der südöstlichen Ecke des Platzes. Im Osten reicht es bis an die Wohnbebauung, im Süden bis an die Metternicher Straße, sodass neben dem Platz auch die beiden angrenzenden Grünflächen Teil des Grundstücks sind. Die Zufahrt erfolgt über die Metternicher Straße.

Die Kita soll an der Seite zur Straße stehen; davor sind ein Gehweg und Abstellplätze vorgesehen. Am westlichen Rand ist Platz für zwölf Autos. Der Spielbereich soll hinter der Kita Richtung Mitte des Sportplatzes entstehen.

■ Wie weit ist das Verfahren? Wie der Leiter des Stadtplanungsamts, Adreas Erll, mitteilte, befindet sich der Bebauungsplan Rb02 gerade in der Phase der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung. Danach sichtet der Planungsausschuss die eingegangenen Anregungen und überarbeitet gegebenenfalls den Plan. Nach den Änderungen wird der Plan erneut öffentlich ausgelegt. Am Ende legt der Planungsausschuss dem Stadtrat eine Beschlussempfehlung vor. Letzterer kann den Plan dann beschließen. Das könne zwei Jahre dauern, danach könne aber zügig gebaut werden, hieß es.

■ Was sagen die Bürger? „Die Erfahrung zeigt, dass der Verkehr von Metternich in den Ort sehr gefährlich ist“, kritisierte ein anwesender Bürger. Und das trotz Tempo 30. Ein Anwohner will gezählt haben, dass täglich rund 30 40-Tonner zwischen 7.30 und 8.30 Uhr durch die Metternicher Straße und teilweise bei Rot über die Ampel fahren würden. „Da muss man Angst haben, dass den Kindern etwas passiert“, sagte er. Eine Anwohnerin schlug vor, einen Anhängerblitzer aufzustellen.

Diese Idee, genauso wie die Anregung, die Ortseinfahrt tempodrosselnd zu gestalten, nahmen die Verantwortlichen mit. Die Erschließung über den Wirtschaftsweg komme allerdings nicht infrage, sagte Beigeordneter Manfred Schier. Jugendamtsleiter Azrak versicherte, dass das sichere Abholen und Bringen der Kinder gewährleistet werde – sonst erteile das Landesjugendamt keine Betriebserlaubnis.

■ Was passiert mit dem Rest des Tennenplatzes? Gerüchte über Überlegungen, noch mehr aus dem alten Sportplatz zu machen, bestätigte Schier. „Wenn es konkrete Pläne gibt, werden wir Sie informieren“, sagte er. Zwei Ideen ließ er sich entlocken: Wohnungen, auch altersgerechte, zu bauen. „Das sind nur erste Ideen, die jetzt weiterverfolgt werden,“ sagte Schier. Und zum Thema Einkaufen sagte er: „Wenn es eine Chance gibt, hier oben Einzelhandel anzusiedeln, werden wir das verfolgen. Aber das muss sich erst als durchführbar erweisen.“

Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Gabriela Knütter, war als Gast mit einem Vorschlag gekommen: die übrigen zwei Drittel des Sportplatzes in einen Mehrgenerationenplatz zu verwandeln, beispielsweise mit Fitnessgeräten, einer Laufbahn für Schulsport und einer Boulebahn. Ein Vorbild könnte der Wesslinger Rheinpark sein. „Ich denke, das würde ganz gut zu dem Kindergarten passen“, sagte sie. Knütter versprach, nach Sponsoren zu suchen, sollte die Stadt die Genehmigung erteilen. Der Vorschlag sei der Stadt bereits bekannt, sagte Beigeordneter Schier. Sollte sich der Kita-Prozess länger hinziehen, könnte man überlegen, den Mehrgenerationenplatz vorzuziehen.