Verbindung von Bornheim nach Bonn Der Radweg kann kommen

Bornheim · Nachdem die Politiker in Alfter und Bonn ihre Zustimmung zur geplanten Radpendlerroute zwischen Bornheim, Alfter und Bonn gegeben hatten, hat nun auch die Bornheimer Politik einen positiven Grundsatzbeschluss gefasst.

Zwar muss der Stadtrat nächste Woche noch final abstimmen, allerdings fiel das Votum im Ausschuss für Stadtentwicklung am Mittwochabend so deutlich aus, dass sich der Rat kaum dagegen stellen dürfte. Bis auf eine Enthaltung stimmten alle Ausschussmitglieder dafür, die Planungen für den Radweg fortzuführen.

Zuvor hatten die Politiker den Ausführungen von Fabian Fohlmeister gelauscht. Der Ingenieur vom Büro AB Stadtverkehr aus Bonn präsentierte die Vorplanungen für die Route. Nachdem im Jahr 2013 ein Wettbewerbsbeitrag verschiedener Kommunen mit dem Rhein-Sieg-Kreis beim Landeswettbewerb „Radschnellwege in NRW“ nicht zum Zuge kam, hatten Bornheim, Alfter und Bonn die Planungen für eine Radverbindung auf ihren Gebieten fortgeführt.

Man wolle nun keinen Radschnellweg herstellen, „vom Prinzip aber etwas sehr Ähnliches“, sagte Fohlmeister. Ziel sei eine „komfortable Verbindung für den Alltagsverkehr“. Bekanntlich soll die Route entlang der Schienen der Stadtbahnlinie 18 verlaufen. Überwiegend sollen sich die Radler auf eigenen Wegen bewegen, teilweise soll es aus Platzgründen eine gemischte Strecke für Radfahrer und Fußgänger geben. Auch soll die Route durchgängig gut beleuchtet sein, um sie ganzjährig nutzen zu können.

Verlauf entlang der Stadtbahnlinie 18

Von den 9,1 Kilometern Gesamtstrecke sollen gut zwei Kilometer in Bornheim liegen. Geplanter Startpunkt ist am Haltepunkt der Linie 18 in Bornheim-Ort. Die Gesamtkosten schätzen die Planer auf 4,2 Millionen Euro, auf Bornheim entfallen rund 1,4 Millionen Euro. Die Stadt plant, bis zu 90 Prozent der Kosten über Fördergelder auszugleichen. Realisiert werden soll der Radweg in den Baustufen I bis III b, wobei laut Fohlmeister die Strecke nach Baustufe II das avisierte Niveau schon fast erreicht haben wird.

Allerdings haben die Planungen noch einen Knackpunkt: Das Teilstück zwischen Aeltersgasse und Siefenfeldchen wird teuer. Dort ist bislang kein Weg vorhanden, auf dem aufgebaut werden kann. Auch müsste die Strecke durch einen geschützten Landschaftsteil geführt werden. Fohlmeister stellte vier Varianten für die Streckenführung in diesem Bereich vor, die geschätzt zwischen 460 000 Euro und 745 000 Euro kosten.

Für ihre Fraktionen begrüßten Ute Kleinekathöfer (SPD), Lutz Wehrend (CDU), Hans Gerd Feldenkirchen (UWG), Andrea Gesell (Grüne) und Heinz-Peter Schulz (Linke) das Projekt. Es gelte, den Radweg nun auf den Weg zu bringen und die Details im weiteren Verfahren zu klären, hieß es unisono. Ewald Keils (CDU) regte an, den Weg perspektivisch in den Bornheimer Norden zu führen, vielleicht bis Walberberg. „Eine Fortführung können wir sicher denken und planen“, meinte Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier.

ABB-Mann Paul Breuer enthielt sich der Stimme. Er könne die allgemeine Euphorie nicht teilen, sagte er. Es werde kein Radweg, sondern eine „Schnellautobahn“ für Radler gebaut. „Wir schießen heftig übers Ziel hinaus“, so Breuer.

Keine Mehrheit fand ein Ergänzungsantrag, den Harald Stadler (SPD) unabhängig von seiner Fraktion stellte. Mit Blick auf den Knackpunkt Aeltersgasse/Siefenfeldchen forderte er, dass eine Alternativroute geplant wird, die erst an der Haltestelle „Bornheim-Rathaus“ beginnt und in Roisdorf aufgrund von seiner Ansicht nach schwierigen Grundstücksverhältnissen anders verläuft als geplant.

Auch forderte er eine Stellungnahme der Unteren Landschaftsbehörde und eine Anliegerversammlung ein. Soweit in die Tiefe der Planungen wollte die Ausschussmehrheit zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht einsteigen.

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