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Diamanthochzeit in Bornheim von Else und Wilfried Henseler

Diamanthochzeit bei Altbürgermeister Henseler : „Ich habe das schönste Mädchen von Kardorf bekommen“

Sie sind jetzt seit mehr als 60 Jahren verheiratet. Der Bornheimer Altbürgermeister Wilfried Henseler und seine Frau Else feiern ihre Diamanthochzeit.

Wenn ein echter Kardorfer Jung und ein echtes Kardorfer Mädchen zusammenfinden, dann kann nichts schiefgehen. Und so war es auch bei Else und Wilfried Henseler, die sich schon als Kinder kannten, seit 1956 ein Paar sind und am 11. Juni 1960 in der Kardorfer Kirche heirateten. Jetzt feiert das Ehepaar seine Diamanthochzeit.

Der 83-jährige Jubilar ist ein bekanntes Gesicht nicht nur in Kardorf, sondern in der ganzen Stadt Bornheim. Schließlich war er von 1969 bis 2004 in der Kommunalpolitik aktiv, zunächst als Ratsherr für die CDU, als Ortsvorsteher, ab 1989 als ehrenamtlicher und ab 1998 als hauptamtlicher Bürgermeister.

Als seinen größten Erfolg bezeichnet er die Tatsache, dass es ihm gelang, durch geschickte Verhandlungen mit den Entscheidern auf Landesebene für Bornheim einen Autobahnanschluss zu erreichen. Dieser wiederum war Voraussetzung für die Entwicklung des Gewerbegebiets Bornheim-Süd, von dem Stadt seit 2004 profitiert. Jährlich fließen aus diesem Gebiet rund zwölf Millionen Gewerbesteuer in die Stadtkasse. „Dabei wurde ich anfangs auch in der CDU für meine Idee belächelt“, sagt er heute mit einem Lächeln im Gesicht. Auch den Umbau der Königstraße nach jahrelanger Diskussion verbucht Henseler als Erfolg.

Während er als Bürgermeister bei  zahlreichen Veranstaltungen im Mittelpunkt stand, hielt sich seine Frau Else lieber im Hintergrund. Nur selten besuchte sie mit ihm Veranstaltungen. Sie konzentrierte sich auf den Haushalt, die Erziehung der beiden Söhne und früher um die Pflege ihrer kranken Mutter. „Ich habe das nicht als Nachteil empfunden, dass mein Mann so sehr in der Politik engagiert war“, sagt die 82-Jährige heute. Sie pflegte ihre eigenen Freundschaften wie etwa den Damenclub „Bettenschoner“ oder den Stammtisch des Tischtennisclubs, der bereits seit 60 Jahren besteht.

Gemeinsame Zeit verbrachten und verbringen die Jubilare bei zahlreichen Reisen. Am meisten beeindruckt waren sie von einer Kreuzfahrt über Island und Spitzbergen zum Nordkap. Von 1984 bis 1997 führten beide das Gasthaus „Zum Sängerheim“, ehe die Mehrfachbelastung zu viel wurde. Denn neben seinem politischen Engagement führte Henseler auch noch in Bonn einen Verlag für technisch-wissenschaftliche Literatur.

In der Politik engagierte sich Wilfried Henseler erst Ende der 1960er Jahre. Ein Sechtemer CDU-Mann hatte ihn gefragt. Auf Anhieb holte er 1969 in Kardorf mehr als 70 Prozent der Stimmen. Politisches Vorbild war nicht etwa Adenauer, sondern der damalige FDP-Vorsitzende Erich Mende, der 1970 zur CDU wechselte, weil er mit der Ostpolitik der Regierung Brandt/Scheel nicht einverstanden war.

Anfang der 1970er Jahre war es auch, als der damalige Bornheimer Stadtdirektor Hans Dietz bei einer Karnevalssitzung hellseherische Fähigkeiten bewies: Er prophezeite, dass Henseler eines Tages Bürgermeister werden würde.

Groß kennenlernen mussten sich Else Pütz und Wilfried Henseler nicht. Man sah sich auf Tanzveranstaltungen, bei Festen im Dorf und beim Theaterspielen. Im „Meisterboxer“ spielte er 1956 die Hauptrolle. In einer Szene hatte er Else zu küssen, was ihm sehr gelegen kam. Ab diesem Zeitpunkt waren sie ein Paar. „Ich habe das schönste Mädchen von Kardorf bekommen“, sagt Henseler heute noch.