Ehrenamt in Bornheim Vereine in den Rheinorten suchen neue Mitglieder

Bornheim · Ohne Ehrenamt geht es nicht. Das gilt auch für Bornheim. Wie wichtig und vielfältig gesellschaftliches Engagement ist, zeigte sich jetzt bei einer Veranstaltung in der Rheinhalle. Weitere Engagierte sind jederzeit willkommen.

Probefahrt in der Rischka: Die Ortsvorsteher von Hersel und Uedorf, Toni Breuer (r.) und Bernd Marx, lassen sich beim Ehrenamtstag von Jürgen Grommes kutschieren.

Probefahrt in der Rischka: Die Ortsvorsteher von Hersel und Uedorf, Toni Breuer (r.) und Bernd Marx, lassen sich beim Ehrenamtstag von Jürgen Grommes kutschieren.

Foto: Axel Vogel

Birgit und Andreas Kühl wollen sich ehrenamtlich engagieren. Als Rentner haben die Eheleute aus Hersel nun mehr Zeit. Eine Beschäftigung mit Kindern soll es sein – und am besten vor Ort. „Wir möchten etwas tun, was dem Dort zugutekommt“, sagte Birgit Kühl. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Das zeigte die große Ehrenamtsbörse, die jetzt in der Herseler Rheinhalle stattfand. Und dabei wurde noch etwas deutlich: Das Ehrenamt ist eine zentrale Stütze der Gesellschaft.

Ob beim Brandschutz, als Lesepate, im Karneval oder bei der Betreuung von Senioren: Ohne den unentgeltlichen Einsatz für die Gemeinschaft wäre auch in den Bornheimer Rheinorten vieles nicht möglich. Damit das auch so bleibt, suchen Vereine und Institutionen stets neue Mitglieder und Helfer. Natürlich nicht nur in Hersel, Uedorf und Widdig.

Große Resonanz unter den Vereinen

Erst im vergangenen September hatte die Stadt unter der Federführung von Ehrenamtskoordinatorin Sabine Hübel den ersten Bornheimer Ehramtstag im Bornheimer Zentrum ausgerichtet. Für die Vereine von der Rheinschiene war der Zeitpunkt damals jedoch ungünstig, da zeitgleich die Gewerbeschau „Herseler Herbst“ stattfand. Daher nun die Ehrenamtsbörse in der Rheinhalle. „Da gibt es immer noch diese Trennung zwischen Rheinschiene und Vorgebirge. Die Erfahrung zeigt, dass die Leute etwas für und in ihren Dörfern machen wollen“, sagte Organisator Ingo Hemmersbach vom Förderverein Rheinhalle.

Der Bedarf an Mitstreitern ist offenbar groß. Laut Hemmersbach waren 75 Prozent aller Vereine aus den Rheinorten. Darunter der Theater-Verein „Edelweiß“ Hersel-Uedorf. „Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur spielen, sondern auch ein Vereinsleben haben“, sagte Nina Kronberger, zweite Kassiererin des Vereins. Sie und ihre Mitspieler wollten besonders junge Leute ansprechen. „Wir brauchen Nachwuchs, den wir auf die Bühne bringen können“, so Kronberger. Zum 100. Geburtstag des Vereins in diesem Jahr soll eine Jugendgruppe aus der Taufe gehoben werden.

Die Löschgruppen Hersel und Widdig der Freiwilligen Feuerwehr Bornheim hatten Schutzanzug der Wasserrettung, Atemschutzmaske und ein Multifunktionsgerät mitgebracht. Auf großes Interesse stieß vor allem bei jüngeren Besuchern das Löschfahrzeug, das vor der Rheinhalle stand. Gleich mit 16 Feuerwehrleuten inklusive Jugendfeuerwehr war die Herseler Löschgruppe angerückt. „Als Freiwillige Feuerwehr sind wir ein wichtiger Teil der Rheinorte“, sagte Löschgruppenführer Peter Turge. Und schließlich liegt der Brandschutz im gesamten Bornheimer Stadtgebiet in ehrenamtlicher Hand.

Turnhelfer und Rikschafahrer gesucht

Jeck trotz Fastenzeit wurde es, als die Tanzgarden der Karnevalsgesellschaft Blau-Gold Widdig und des Tambour-Corps Germania Hersel die Bühne betraten. Über mangelnden Nachwuchs kann die KG aus Widdig nicht klagen. „Uns fehlen aber aktive Mitglieder und Helfer, die uns finanziell unterstützen“, sagte Sonja Reuter, deren elfjährige Tochter Sarah auf der Bühne tanzte.

Gleich fünf Interessierte ließen sich beim Turnverein Hersel als Helfer registrieren. Sein Verein biete 24 Turnangebote an, sagte Vorsitzender Jürgen Kuhl, zum Beispiel Eltern-Kind-Turnen, Rhönrad- oder Geräteturnen. „Wir brauchen Ehrenamtler, die beim Auf- und Abbau der Geräte helfen, Hilfestellung leisten oder das jeweilige Trainingsprogramm mitentwickeln“, erklärte Kuhl.

Ein Hingucker auf der Ehrenamtsbörse war „Lieschen“, die Rikscha der Herseler Ortsgruppe des Bonner Vereins „Radeln ohne Alter“. Zweimal in der Woche kutschieren Jürgen Grommes und seine Mitstreiter Senioren und mobilitätseingeschränkte Personen durch die nähere Umgebung. Die Nachfrage ist groß, bisher gibt es allerdings zu wenige Fahrer, die laut Grommes auch vormittags Zeit haben.

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