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Verdacht auf Umweltverschmutzung: Enthalten Abfälle auf Roisdorfer Feld giftige Stoffe?

Verdacht auf Umweltverschmutzung : Enthalten Abfälle auf Roisdorfer Feld giftige Stoffe?

Auf den ersten Blick sind es nur teils dunkel verfärbte Holzstücke und Teile blauer Plastiknetze, die auf einem Feld am Roisdorfer Blutpfad liegen. Doch es könnte sich um Reste von in Teeröl getränkten Pfählen einer früheren Apfelplantage und damit um Sondermüll handeln, befürchtet Biobauer Bernhard Wirtz.

Beim Spaziergang mit dem Hund sei er am Sonntag durch starken Teergeruch auf die Situation aufmerksam geworden, schildert der Breniger. Da er sich sorgt, dass giftige Stoffe in Erde und Grundwasser gelangen könnten, hat er nicht nur Greenpeace, den Landschafts-Schutzverein Vorgebirge und den Naturschutzbund verständigt, sondern auch die Stadt und den Rhein-Sieg-Kreis.

Zuständig ist der technische Umweltschutz beim Kreis, dessen Mitarbeiter sich vor Ort ein Bild gemacht und Proben genommen haben, wie Kreispressesprecherin Katja Eschmann sagt. Es seien Kunststoffpartikel und geschredderte Stützpfosten entdeckt worden, die nach Teer riechen. Ob es sich wirklich um Teer handle, müsse nun geklärt werden: „Wir gehen nicht von einer akuten Gefährdung aus.“ Der Kreis suche nach dem Verursacher, der nach jetziger Einschätzung mit einem ordnungsrechtlichen Verfahren rechnen müsse: „Solche Dinge müssen ordnungsgemäß entsorgt werden und können nicht einfach in der Landschaft abgelegt werden“, so Eschmann.

Biobauer Wirtz vermutet, dass gerade eine teure und aufwändige Entsorgung umgangen werden sollte. Die in Rede stehenden Pfähle, die zum Abstützen von Apfelbäumen dienten, könnten mit dem aus Steinkohlenteer gewonnenen Holzschutzmittel Carbolineum getränkt sein, damit sie in der Erde nicht faulen, meint er. Da Teeröle Stoffe enthalten, die als krebserregend gelten, müssten die Pfähle einzeln aus dem Boden gezogen und entsorgt werden. Die Plastikbinder, mit denen die Bäume an den Pfählen befestigt würden, gelte es per Hand abzumachen: „Das ist eine Piddelsarbeit“, sagt Wirtz. Hier sei aber alles einfach geschreddert worden, befürchtet er. „Das geht doch nicht, dass jemand unsere Umwelt so schädigt“, empört er sich. „Mir geht es darum, dass das vernünftig gemacht wird.“

Gepachtet hat die in Privatbesitz befindliche Fläche oberhalb des Sportplatzes der Alfterer Uwe Heynmöller, wie er auf Anfrage bestätigt. Von Ermittlungen des Kreises wisse er nichts, und er sei sich auch keiner Schuld bewusst, sagt er: „Im Gegenteil, wir versuchen, die Fläche herzurichten als Weide für unsere Pferde.“ Bereits 2012 habe er das vormals als Apfelplantage genutzte, circa vier Hektar große Grundstück für seinen Pferdebetrieb übernommen. Dieses sei mit etwa 8000 „halbtoten Obstbäumen“ sowie Kunststoffnetzen, imprägnierten Pfählen und Resten von Bewässerungsanlagen in einem „sehr schlechten Zustand“ gewesen.

Nach und nach habe er „durch massive Arbeitseinsätze“ Pfähle herausgeholt und Kunststoffnetze per Hand aufgesammelt und entsorgt. Kürzlich sei dann mit einem Forstmulcher ein Großteil der alten Apfelbäume zerkleinert worden, schildert Heynmöller, der bekanntlich im Frühjahr nach langem Streit die Baugenehmigung für einen Reiterhof am Brombeerweg erhalten hat. Die Reiter hat er jetzt zur Mithilfe bei „Restarbeiten bei der Reinigung“ der Fläche am Blutpfad aufgerufen: „Reste von Baumwurzeln, Pfählen und Kunststoffnetzen“ sollen am Montag aufgesammelt und entsorgt werden, so Heynmöller.

Beim Kreis wisse man nichts von einer Aufräumaktion, sagt Eschmann. Wie eine Entsorgung erfolgen müsse, könne man erst sagen, wenn eine Laboruntersuchung ergeben habe, ob es sich um gefährliche Stoffe handle oder nicht.