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Interview mit Ralf Holtkötter: "Es gilt, den Arbeitsmarkt zu erklären zu erklären“

Interview mit Ralf Holtkötter : "Es gilt, den Arbeitsmarkt zu erklären zu erklären“

Der neue „Integration Point“ des Jobcenters Rhein-Sieg in Troisdorf soll als zentrale Anlaufstelle zur Beratung und Vermittlung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in den Arbeitsmarkt dienen. Der Geschäftsführer, Ralf Holtkötter, spricht über Schwierigkeiten und Chancen bei der Integration.

Was ist die größte Schwierigkeit bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt?
Ralf Holtkötter: Integration fängt mit Sprache an. Wir haben beim größten Teil der Personen, die zu uns geflüchtet sind, nicht nur Sprachhemmnisse, sondern auch einen anderen kulturellen und vor allem auch einen anderen beruflichen Background. Selbstverständlichkeiten bei uns wie das duale Ausbildungssystem gibt es in den Hauptherkunftsländern nicht.

Wo muss man hier bei uns vor Ort also zuerst ansetzen? Was sind die ersten Schritte?
Holtkötter: Die Sprache natürlich. Ohne Deutschkenntnisse ist eine berufliche Tätigkeit so gut wie ausgeschlossen. Als Zweites gilt es, den Arbeitsmarkt zu erklären. Es ist wichtig, deutlich zu machen: Nur mit einer abgeschlossenen Qualifikation habe ich auf Dauer eine Chance. Und nicht nur ein Studium ist die Qualifikation, die man braucht, sondern auch duale Ausbildung ist ein wichtiger Weg. Zumal gerade hier in der Region Ausbildungsstellen teils nicht besetzt werden. Und da haben Flüchtlinge dann auch gute Chancen.

Das heißt, darin liegen umgekehrt auch Chancen für den Arbeitsmarkt?
Holtkötter: Unbedingt. Davon bin ich fest überzeugt.

Helfen dabei die Pläne der Bundesregierung für das neue Integrationsgesetz?
Holtkötter: Von den Eckpunkten, die ich kenne, würde ich sagen: Das ist der Weg in die richtige Richtung – nämlich keine zusätzlichen Bürokratien durch eine vorgezogene Arbeitsmarktprüfung und den Bedarf möglichst schnell decken.