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Betrugsmasche am Telefon: Falsche Gerichtsmitarbeiter wollen Geld von einer Bornheimerin

Betrugsmasche am Telefon : Falsche Gerichtsmitarbeiter wollen Geld von einer Bornheimerin

Die Bornheimerin, die an einem Gewinnspiel teilgenommen haben soll, wehrt sich am Telefon gegen Forderungen von Betrügern. Dabei handelt es sich laut der Stuttgarter Justiz um eine bundesweite Masche.

Zunächst war die Bornheimerin nur irritiert. Auf ihrem Festnetztelefon hatte ein Mann angerufen, der sich als Mitarbeiter des Amtsgerichts Stuttgart ausgab. Er habe ihr mitgeteilt, dass sich infolge eines Gewinnspiels, an dem sie bereits 2015 teilgenommen hätte, Geldforderungen ergeben hätten, berichtet die Frau, die ungenannt bleiben möchte. Da sie auf verschiedene Mahnungen nicht reagierte hätte, sei mittlerweile eine Forderung von 5000 Euro zusammengekommen, habe der Anrufer weiter gesagt.

„Ich konnte mich an kein Gewinnspiel erinnern“, so die Frau. Der Mann habe ihr erläutert, dass die Angelegenheit außergerichtlich geregelt werden könnte. „Dazu sollte ich einen Anwalt namens Graf anrufen.“ Der vermeintliche Gerichtsmitarbeiter habe ihr die Nummer des Anwalts auch gleich gegeben.

Beim ersten Anruf habe sich aber nicht der Anwalt, sondern ein anderer Mann gemeldet. Der vermeintliche Anwalt rief später zurück. Der Bornheimerin zufolge sprach er Deutsch mit arabischem oder osteuropäischem Akzent. Zwischenzeitlich hatte sie allerdings recherchiert und war auf die Internetseite des Stuttgarter Amtsgerichts gestoßen. Auf dieser wird vor der Betrugsmasche gewarnt.

„Seit Anfang des Jahres geben sich in ganz Deutschland wieder vermehrt Anrufer als Mitarbeiter des Amtsgerichts Stuttgart aus und mahnen Geldzahlungen an“, heißt es dort. Oftmals erscheine im Telefondisplay eine nicht existente Rufnummer oder gar eine Rufnummer des Amtsgerichts.

Polizei empfiehlt Anzeige

Zudem seien Fälle bekannt, in denen über eine Bandansage die Angerufenen aufgefordert wurden, bei Anerkennung der Forderung auf der Tastatur die Eins oder die Zwei zu drücken, um weitere Auskünfte zu erhalten, teilt das Gericht weiter mit. Dadurch solle der Anruf in eine kostenpflichtige Warteschleife umgeleitet werden.

Zugleich weist das Gericht darauf hin, dass derartige Anrufe nicht von Mitarbeitern des Amtsgerichts Stuttgart getätigt werden: „Zahlungsaufforderungen werden stets schriftlich auf dem Postweg versandt.“ Damit war der Bornheimerin vollends klar, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt. Sie habe dem falschen Anwalt mit einer Anzeige gedroht und das Telefonat beendet. Sie wolle nun andere Menschen vor der Masche warnen.

Bei der auch für Bornheim zuständigen Bonner Polizei sind keine Fälle dieser Art bekannt. Laut Sprecher Simon Rott sollte man bei solchen und ähnlichen Anrufen grundsätzlich misstrauisch sein und Anzeige erstatten.