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Bahnverkehr in Roisdorf: Fernzüge bremsen Nahverkehr in Bornheim doch nicht aus

Bahnverkehr in Roisdorf : Fernzüge bremsen Nahverkehr in Bornheim doch nicht aus

Flixtrain verzichtet vorerst auf Fahrten auf der linksrheinischen Strecke zwischen Köln und Frankfurt. Wegen der kurzfristigen Absage fallen zunächst trotzdem Nahverkehrsfahrten in Roisdorf aus.

Es ist eine gute Nachricht für Pendler aus Teilen Bornheims und Alfters – obgleich auf deren Auswirkung noch gewartet werden muss. Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird das Bahnunternehmen Flixtrain bis auf Weiteres keine Züge zwischen Köln und Frankfurt über die linksrheinische Bahnstrecke schicken. Wie Flixtrain-Sprecher Sebastian Meyer auf Anfrage des General-Anzeigers sagte, besitze ein Partnerunternehmen einen Rahmenvertrag für die Strecke zwischen Hamburg und Mainz. „Wenn man wie wir nur einen Abschnitt – in unserem Fall Hamburg bis Köln – eines Rahmenvertrags fahren möchte, muss man trotzdem die komplette Strecke anmelden, sonst verliert man sein Recht an dem Rahmenvertrag“, so Meyer weiter.

Das bedeutet, dass nun doch keine Nahverkehrszüge in Roisdorf ausfallen müssen – eigentlich. Denn die Ankündigung, die Fahrten ab dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag nicht anzubieten, kommt für den Nahverkehr Rheinland (NVR) zu kurz. Zunächst hatte es geheißen, dass Flixtrain ab dem Fahrplanwechsel linksrheinisch Fernzüge fahren lassen will. Das hätte Probleme mit dem Nahverkehr gegeben, schließlich gibt es auf einer Strecke nur eine begrenzte Zahl an Zeitfenstern. Daher hätten drei RB 26-Verbindungen die Flixtrain-Züge in Bad Godesberg überholen lassen müssen. Um den Zeitverlust auszugleichen, sollten sie dann Roisdorf und Hürth-Kalscheuren ohne Halt passieren. Betroffen gewesen wären die Fahrten, die planmäßig um 11.02 Uhr, 15.02 Uhr und 19.02 Uhr am Kölner Hauptbahnhof ankommen. Hintergrund ist das Eisenbahnregulierungsgesetz, das bei gleichmäßiger Bewertung von Vertaktung und Netzgebundenheit die sogenannten Trassenerlöse gegenübergestellt. Die Verbindung mit dem höheren Regelentgelt erhält den Zuschlag – in diesem Fall wäre das Flixtrain gewesen, weil das Unternehmen eine längere Strecke bedient hätte.

Der NVR kritisierte die kurzfristige der Absage wenige Tage vor dem Fahrplanwechsel am Sonntag. Denn: Die Fahrpläne sowie die elektronischen Fahrdaten und die Signaltechnik können nicht mehr rechtzeitig geändert werden.

Bahnhalte Roisdorf und Hürth-Kalscheuren werden erst ab Januar 2020 wieder angefahren

Daher fielen die besagten drei RB 26-Verbindungen doch vorerst aus, hieß es vom NVR weiter. Erst ab dem 6. Januar 2020 könnten die Halte in Roisdorf und Hürth-Kalscheuren wieder angefahren werden. „Es ist für die Fahrgäste äußerst ärgerlich, dass Halte aufgrund der Systematik nicht bedient werden können, obwohl die Fahrten des Flixtrain nicht stattfinden werden“, sagte NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek. So fordert der NVR die Schienennetznutzungsbedingungen anzupassen, damit die Benachteiligung des Schienenpersonennahverkehrs ein Ende habe.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprachen der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß sowie Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) von einer „grundsätzlich guten Nachricht“. Allerdings bestehe weiterhin die Gefahr, dass der Schienenpersonennahverkehr zurückgedrängt werde. Schließlich sei Flixtrain weiterhin im Besitz der betreffenden Fahrplantrassen, und theoretisch könne auch ein anderes Eisenbahnverkehrsunternehmen Trassen anmelden, die in Konkurrenz zu bestehenden Fahrten stehen.

Henseler und Krauß wünschen sich Planungssicherheit, vor allem für die Fahrgäste: „Es kann nicht sein, dass wir regelmäßig bangen müssen, ob das bisherige Fahrplanangebot weiterhin gefahren wird. Hier brauchen wir Planungssicherheit, aber auch Rechtssicherheit“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Bei der bisherigen Rechtslage gebe es keinen Bestandsschutz für seit Jahren bestehende Bahnverbindungen, Fahrgastzahlen würden außer Acht gelassen. „Selbst die Tatsache, dass eine Strecke als überlastet eingestuft ist und keine zusätzlichen Züge mehr aufnehmen kann, wird nicht berücksichtigt“, so Krauß und Henseler weiter.