Anklage wegen Totschlags Frau aus Bornheim soll Rentnerin erstickt haben

Bornheim/Bonn · Eine 56-jährige Bornheimerin soll die 83-jährige Mutter ihres Lebensgefährten erstickt haben. Die Frau bestreitet die Tat. Demnächst steht sie in Bonn vor Gericht.

 Eine 56-Jährige aus Bornheim muss sich demnächst vor dem Bonner Schwurgericht verantworten.

Eine 56-Jährige aus Bornheim muss sich demnächst vor dem Bonner Schwurgericht verantworten.

Foto: dpa/Arne Dedert

„Todesursache ungeklärt“, hatte der Notarzt auf dem vorläufigen Totenschein angekreuzt. An sich nichts Besonderes, denn eine Leichenschau führen die Notfallmediziner vor Ort im Allgemeinen nicht durch. Das Kreuzchen ruft aber routinemäßig die Kriminalpolizei auf den Plan, und die hegte an einem natürlichen Tod einer 83-jährigen Bornheimerin offenbar gewisse Zweifel. Demnächst muss sich nun die Lebensgefährtin des Sohnes der Frau wegen Totschlags vor dem Bonner Schwurgericht verantworten. Nach dem Hinweis der Kripo war der Leichnam obduziert worden und die Rechtsmediziner kamen zu dem Ergebnis, dass die Atemwege der Seniorin gewaltsam verschlossen worden waren.

Die Angeklagte mit ihrem Lebensgefährten und das Opfer bewohnten zwei benachbarte Wohnungen in einer luxuriösen Wohnanlage. Obwohl die 56-Jährige ihre „Schwiegermutter“ in Ergänzung zu einem professionellen Pflegedienst regelmäßig unterstützt haben soll, kam es wohl häufiger zum Streit zwischen den Frauen. Auch am Todestag der alten Dame sollen die beiden erneut aneinandergeraten sein. Über den konkreten Anlass des Disputs, der sich vor dem Mittagsschlaf in der Wohnung der Seniorin zugetragen haben soll, ist nichts bekannt.

Notarzt konnte nur noch den Tod der Rentnerin feststellen

Jedenfalls soll die Angeklagte sich nach der Tat zunächst mit einer Nachbarin im Garten der Wohnanlage unterhalten haben. Wenig später – die Nachbarin war zwischenzeitlich in ihre eigene Wohnung zurückgekehrt – rief die Angeklagte die Frau dann zu Hilfe: Der Mutter ihres Lebensgefährten gehe es nicht gut, sie liege am Boden. Gemeinsam riefen die beiden Frauen umgehend den Notruf an. Der eintreffende Notarzt konnte nach vergeblichen Reanimationsversuchen allerdings nur noch den Tod der Rentnerin feststellen.

Die Angeklagte, die noch am Tage ihrer Festnahme von der Haft verschont wurde, hat die Vorwürfe den Ermittlern gegenüber von sich gewiesen.

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