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Neue Müllsammel-Initiative im Vorgebirge: Freiwillige befreien Walberberger Wald von Abfall

Neue Müllsammel-Initiative im Vorgebirge : Freiwillige befreien Walberberger Wald von Abfall

Bei der ersten Müllsammelaktion der neuen Initiative „Clean Up Vorgebirge“ haben Birgit Paulsen und ihre Mitstreiter im Walberberger Wald viel Abfall gefunden. Paulsen vernetzt über soziale Medien Gleichgesinnte und plant weitere Aktionen im Mai und Juni.

Säckeweise Glas, Plastikbecher, alte Teppiche, Motorradzubehör, Bauschutt-Behälter, PVC-Böden und Eisenstangen: Mit rund drei Kubikmeter Müll war die Ausbeute der Sammler am Samstag in Walberberg groß. Zwei Stunden lang befreiten zwölf Ehrenamtliche einen früheren Bombenkrater in der Nähe des Sportplatzes von Abfall. Die Walberbergerin Birgit Paulsen hatte die Aktion gestartet, nachdem sie in den vergangenen Wochen beim Gassigehen mit Hund Buddy immer wieder wilde Entsorgungen in Feld und Flur entdeckt hatte – und  nun „dagegen etwas unternehmen wollte“, wie sie sagte.

Gründerin Birgit Paulsen: Viele Leute sind „müllblind“

Ihr Vorbild war die Gruppe „Clean-Up-Erftstadt“, die seit 2008 die Natur von Müll befreit. Und so gründete die 48-jährige Paulsen vor zwei Wochen eine gleichnamige Initiative fürs Vorgebirge. „Mittlerweile sind die Menschen müllblind geworden. Die meisten sehen ihn nur noch, wenn er gehäuft vorkommt“, sagte Paulsen, die ihre Aktion über Facebook bekannt gemacht hat.

Einige engagierte Müllsammler waren dann zur Auftaktveranstaltung gekommen, darunter Heinz Weiler und sein Sohn Daniel Mandt. Ihnen ist die Pflege von Natur und Umwelt ein Herzensanliegen. „Ich finde es einfach übel, wie Müll im Wald entsorgt wird. Wir alle werden etwas tun müssen, um die Natur für die Nachwelt zu schützen. Auch müssen wir etwas für die Tiere tun. Sie fressen das Plastik und verenden daran“, sagte Mandt. Regelrecht empört ist der 23-Jährige über Funde im Mertener Wald, wo ganze Stapel alter Wahlplakate herumlagen. Mandt organisierte für die Aktion bei der Stadtverwaltung Handschuhe und Greifzangen.

Mit dabei war auch Walberbergs neuer Ortsvorsteher Andreas Schlösser. „Das Ziel der Gruppe deckt sich in mancher Hinsicht mit meinem Ziel eines sauberen Erscheinungsbildes Walberbergs“, sagte er. Unterstützung gab es auch von Michael Zemath. Er sei viel im Wald unterwegs und habe dort sogar schon einmal Styropor datiert aus dem Jahr 1962 gefunden.

Paulsen weiß, dass es auch in den anderen Bornheimer Orten viel zu tun gibt. Sie hat viele Ideen für weitere Aktionen. So gebe es hinter der Jugendakademie in Kardorf oder an der Bonn-Brühler-Straße Richtung Merten genügend Stellen, an denen immer wieder Plastik und anderer Abfall zu finden sind.

Wer weitere Vorschläge hat, kann die Gruppe über das soziale Netzwerk Facebook (www.facebook.com/CleanUp) kontaktieren und sich auch engagieren. Die nächste Müllsammelaktion ist für Ende Mai oder Anfang Juni geplant. „Ich hoffe, dass sich, wenn die Gruppe größer wird, die Aktionen in den einzelnen Orten verselbstständigen werden“, sagte Paulsen.