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Fridays for Future fordern klimaneutrales Bornheim bis 2035

Demo vor der Europaschule : Fridays for Future fordern klimaneutrales Bornheim bis 2035

Jugendliche aus Bornheim machen Druck beim Klimaschutz und kritisieren das Vorgehen der Kommunalpolitik.

Die Gruppe war überschaubar, ihr Protest aber weder zu übersehen noch zu überhören. Mit Plakaten, Transparenten, Schlachtrufen und unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln demonstrierten Mitglieder des Bornheimer Ablegers von Fridays for Future am Donnerstagabend für eine klimaneutrale Stadt. Gemeint ist damit, dass eine Stadt möglichst gar kein klimaschädliches CO2 ausstößt oder die Emissionen durch Maßnahmen vollständig kompensiert.

Nach dem Willen der Umweltaktivisten aus Bornheim soll dieser Zustand bis 2035 erreicht werden. Mia Hense, Pressesprecherin bei Fridays for Future Bornheim, verwies auf eine anderthalb Jahre alte Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, die das Jahr 2035 als Vorgabe ausweist. Damit Bornheim klimaneutral werde, müssten etwa der öffentliche Nahverkehr und Radwege ausgebaut werden, so Hense. Auch beim Ausbau von Solar- und Windenergie könne die Stadt etwas tun.

Positioniert hatten sich die Klimaaktivisten, mit Unterstützung der örtlichen Gruppe von Parents for Future, vor der Europaschule. In deren Aula tagte am Donnerstagabend der Bornheimer Umweltausschuss. Auch zum Thema Klimaneutralität, allerdings so, dass es von Fridays for Future im Vorfeld der Sitzung als „ambitionslos“, kritisiert wurde.

Einstimmig empfahl der Umweltausschuss dem Stadtrat, der final darüber beschließt, den Grundsatzbeschluss, die CO2-Emissionen im Zuständigkeitsbereich der Stadt bis 2035 um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Etwa durch eine entsprechende Bauleitplanung, die Förderung von Personennah- und Radverkehr, Sanierungen oder Aufforstungen.

Die Klimaneutralität soll bis spätestens 2050 erreicht werden. Dazu soll ein Maßnahmenkatalog mit einer zeitlichen Abfolge von Schritten erarbeitet, die Bürger eingebunden und für klimaneutrales Handeln gewonnen werden. Das alles geht auf einen Antrag von CDU, Grünen, SPD und UWG zurück.

Alle Verwaltungsbereiche sollen Expertise einbringen

Auf Anregung der Verwaltung werden sich auch andere Fachausschüsse mit dem Thema befassen. So könnten auch alle städtischen Ämter und Fachbereiche ihre Expertise einbringen, meinte Bürgermeister Christoph Becker.

Zugleich betonte er, flankiert von Umweltamtsleiter Wolfgang Paulus, dass man ehrlich sagen müsse, welche Schritte hin zur Klimaneutralität zeitlich und personell durch die Stadt umsetzbar seien.

Vertreter der Fraktionen betonten die Notwendigkeit, die Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einzubinden. Zugleich bekräftigten sie, dass die Stadt bereits, unabhängig von einem Grundsatzbeschluss, an dem Ziel arbeite – etwa bei Bauprojekten oder durch mehr Geld für den Radverkehr.

Arnd Kuhn (Grüne) ging auf die Kritik von Fridays for Future ein, die Absicht der Bornheimer Politik sei wenig ambitioniert. Es gehe der Politik um konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz und nicht um die Verkündigung kurzer Fristen. Man wolle die Klimaneutralität bis spätestens 2050, so Kuhn: „Gerne auch früher.“

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