Stichwort : Gebärdensprache

Gebärdensprache ist die linguistisch anerkannte Sprache der Gehörlosen. Sie besteht aus kombinierten Zeichen (Gebärden), die vor allem mit den Händen, in Verbindung mit Mimik und Mundbild (lautlos gesprochene Wörter und Silben) im Zusammenhang mit der Körperhaltung ausgeführt werden. Die Kommunikation in der Gebärdensprache findet auf der Höhe des Oberkörpers statt, die Augen stehen im Mittelpunkt.

Die Gebärdensprache ist nicht universell. Es gibt also keine einheitliche internationale Gebärdensprache, sondern viele einzelne nationale Gebärdensprachen. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist auf eine eigenständige Grammatik aufgebaut, die sich von der Lautsprache und geschriebenen Sprache unterscheidet.

Auch wenn ein Nichtgebärdender den Eindruck haben mag, dass das Gebärden stark bildhaft ist und der Pantomime gleicht, ist es vollkommen unmöglich, eine gebärdete Unterhaltung vollständig zu verstehen, ohne den Wortschatz und die grammatikalischen Regeln der Sprache zu kennen.

Grundsätzlich gibt es für jedes Wort ein Zeichen in der Gebärdensprache. Gehörlose können somit alles ausdrücken und haben nur teilweise, etwa bei komplizierten Wegbeschreibungen, Probleme in der Darstellung. Dann wird der Weg aufgeschrieben oder eine Zeichnung angefertigt.

Das Fingeralphabet gehört zur Gehörlosenkommunikation. Es findet vor allem bei Eigennamen Anwendung, da diese teilweise nicht gebärdet werden können. Die etwa 80 000 deutschen Gehörlosen unterhalten sich in ihrer Gebärdensprache und lernen meist das orale Sprechen nicht, weil es ihnen untereinander keinen Nutzen bringt. Sprechen Gehörlose doch, so klingt dies für Hörende verwaschen, denn jemand, der sich noch nie selbst gehört hat, kann seine Stimme nicht regulieren.