1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Geplante Rheinquerung: Bornheim will Tunnel unter dem Rhein bei Godorf

Geplante Rheinquerung : Rückendeckung für den Tunnel-Vorschlag der Stadt Bornheim

Die Stadt Bornheim wird mit der Autobahn GmbH über einen Tunnel bei Godorf für die Rheinspange sprechen. Die Kommunalpolitik gab dafür grünes Licht, obgleich sie selbst uneinig in der Sache ist.

In der Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH dürfte bald eine Nachricht aus dem Bornheimer Rathaus eintreffen. Schließlich hat der Bornheimer Ausschuss für Mobilität und Verkehrsentwicklung das am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen.

Mit Rückendeckung aus der Politik wird die Bornheimer Stadtverwaltung ihren Varianten-Vorschlag zum Bau der Rheinspange nun an die zuständige Autobahn GmbH herantragen – und darauf drängen, dass dieser umfassend geprüft wird.

Wie berichtet, hat die Stadt einen eigenen Plan erarbeitet, wie die Rheinspange (oder auch Rheinquerung) verlaufen soll. Zweimal ist die Entscheidung bereits verschoben worden, welche Trasse zwischen der A 555 und der A 59 den Vorzug erhalten soll. Ein Beschluss soll nach Angaben der Autobahn GmbH nun zum Jahresende erfolgen.

Zwölf Varianten für die Rheinspange

Aktuell sind zwölf Varianten im Rennen, darunter Trassen, die linksrheinisch bei Bornheim-Widdig und Wesseling-Urfeld den Rhein als Brücke oder Tunnel queren. Rechtsrheinisch geht es um Anschlüsse auf dem Gebiet der Stadt Niederkassel beziehungsweise im Kölner Süden. Für den Bereich Godorf (linksrheinisch) sind nur noch Brücken-Varianten im Rennen.

Und da setzt die Stadt Bornheim an. Ihr Vorschlag: ein Tunnel bei Godorf, der nicht direkt an der A 555 beginnt, sondern westlicher, nämlich an der Kerkrader Straße (Landesstraße 150). Wie Stadtplanungsamtsleiter Andreas Erll in der Ausschusssitzung sagte, entspreche nur eine Rheinspangen-Variante im Kölner Süden dem Bundesverkehrswegeplan – und somit nicht die Varianten im Bereich Widdig/Urfeld.

Die UWG befürworte eine Rheinspange bei Godorf, sagte Wählergemeinschaftsmitglied Josef Müller. Dort mache sie absolut Sinn. Unterstützung erhielt die Stadt auch von der CDU. Es müsse aber gewährleistet sein, dass der Verkehr aus dem Tunnel möglichst ohne Probleme auf die A 555 kommt, betonte Ratsherr Rüdiger Prinz.

FDP gegen Grüne in Sachen Rheinspange

Alexander Kreckel (FDP) forderte, mit dem Vorschlag offensiv an die Sache heranzugehen. Zugleich betonte er, dass die Rheinspange nicht aus der Zeit gefallen sei, motorisierter Individualverkehr weiterhin gebraucht werde, und dieser gleichberechtigt und parallel mit anderen Verkehrsarten entwickelt werden müsse.

Damit konterte Kreckel Aussagen von Grünen-Ratsherr Markus Hochgartz. Dieser wiederholte die Ablehnung der Rheinspange durch seine Fraktion und stimmte in der Folge wie die drei anderen Ausschussmitglieder der Grünen gegen den Godorf-Plan der Stadt. Mit Blick auf eine Verkehrswende – also möglichst weg vom Auto – und den Klimawandel müsse die Rheinspange überdacht werden, so Hochgartz. Er wolle das Engagement der Stadt nicht schmälern, es sei aber „Zeit- und Papierverschwendung“ – zumal die Stadt etwas plane, was auf dem Gebiet einer anderen Kommune liegen soll.

Geplante Rheinquerung: Bornheim will Tunnel unter dem Rhein bei Godorf
Foto: grafik

Kölner werfen Bornheim Sankt-Florians-Prinzip vor

Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier relativierte das. Eine solche Trassenführung komme nicht völlig unerwartet, sagte er. Tatsächlich hatte es schon Überlegungen für einen Tunnel bei Godorf, von der A 555 abgehend, gegeben. Diese wurden von der Autobahn GmbH allerdings wieder verworfen, weil die Fläche zwischen A 555 und Rhein zu klein für einen Tunnel sein soll. Für Schier ist der Bornheimer Vorschlag überdies keine neue Rheinspangen-Variante, sondern eine Ausführung zu einer bereits bestehenden.

Für die SPD sprach sich Thomas Schmitz für den städtischen Plan aus. Nur an jenem Standort könne „eine verkehrliche Wirkung entfaltet werden.“ Zugleich wollte Schmitz wissen, wie die Erfolgsaussichten für den Vorstoß sind. Das sei „schwer zu formulieren“, meinte Schier, ergänzte aber: „Es ist nicht auszuschließen, dass so ein Gedanke gewürdigt wird.“ Für Schier ist der Versuch schon das Entscheidende. Es nicht zu versuchen, wäre nicht „im Sinne einer aktiven Positionierung“. Kritik an den Plänen aus Bornheim hatte es bereits von Bürgerinitiativen aus Köln gegeben. Sie werfen der Stadt in ihren Foren ein „Sankt-Florian-Prinzip“ vor, also die Rheinspange-Debatte auf andere abzuwälzen.