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„Bornheim 2030“: Grüne wollen Bornheim neu gestalten

„Bornheim 2030“ : Grüne wollen Bornheim neu gestalten

Die Grünen setzen sich in der Reihe „Bornheim 2030“ mit der Stadtentwicklung auseinander. Rund 60 Interessierte waren am Montag in den Ratssaal gekommen, um sich Vorträge anzuhören.

„Droht die Megacity?“: Mit dieser provokanten Frage hatten die Bornheimer Grünen offensichtlich einen Nerv getroffen. Rund 60 Interessierte waren am Montag in den Ratssaal gekommen, um den Vorträgen der beiden Referenten Professor Claus C. Wiegandt von der Universität Bonn sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer des Vereins „Region Köln/Bonn“, Jens Grisar, zu folgen. Der Abend war Teil der Reihe „Bornheim 2030“, mit der die Grünen Perspektiven der Bornheimer Stadtentwicklung in den nächsten Jahrzehnten aufzeigen wollen.

Nach Angeboten zu den Themen Verkehr und Bau sollen bei zwei weiteren Diskussionen der Landschaftsschutz (13. November) und die interkommunale Zusammenarbeit (Frühjahr 2019) im Mittelpunkt stehen. „Alle Teilaspekte spielen für die zukünftige Gestaltung der Region eine Rolle“, erklärte Grünen-Sprecher Dirk Reder. „Verkehr, Wohnbau, Gewerbe, Landwirtschaft – Wo setzt man die Prioritäten, wenn jeder Quadratmeter Boden wertvoll ist?“

Bornheim beschreibe sich sehr als Opfer des Zuzugsdrucks, so Reder. „Die Frage ist aber: Wie kommen wir raus aus der Rolle des Opfers und hinein in die Rolle des Gestalters? Was können wir tun, um den Druck zu steuern und ihn in Bahnen zu lenken?“

Dass einfache Fragen komplexe Antworten erfordern, machten beide Referate deutlich. Professor Claus Wiegandt, der eine Arbeitsgruppe für Stadt- und Regionalforschung leitet, skizzierte anschaulich allgemeine Prozesse der Abwanderung der städtischen Bevölkerung (Suburbanisierung) und deren demographische, ökonomische und siedlungsstrukturelle Auswirkungen. Ebenso ging Wiegandt auf die Problematik von Planungsprozessen ein, die aufgrund ihrer Komplexität immer schwieriger zu vermitteln seien.

Wichtig ist der interkommunale Dialog

Für die Region konkret wurden die Ausführungen von Jens Grisar. Mit dem sogenannten „Agglomerationskonzept“ stellte er ein strategisches Projekt zur Sicherung der Entwicklungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Region Köln/Bonn vor. „Auf engem Raum kommen Nutzungsansprüche zusammen, die teilweise in Wechselwirkung, teilweise aber auch – wie bei Siedlungsentwicklung und Freiraumschutz – in Konkurrenz zueinander stehen“, erklärte er. Vier interdisziplinäre Planungsteams aus Stadt- und Regionalplanern, Landschaftsplanern und Mobilitätsexperten erarbeiten derzeit Konzepte für die Gesamtregion im Zeithorizont bis 2040.

Ziel des auf drei Jahre angelegten Projektes ist es, Perspektiven für eine integrierte Raumentwicklung aufzuzeigen und diese als Fachbeitrag in das laufende Planverfahren zum neuen Regionalplan einzubringen. Kritik äußerte im Anschluss der Vorsitzende des Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge (LSV), Michael Pacyna. Er bemängelte, dass kein Naturschutzverein Mitglied im Verein „Region Köln/Bonn“ ist. Zusätzlich stellte er die Frage, ob die Angst der Bevölkerung vor dem Verlust der lokalen Identität ernst genommen wird.

Dies werde natürlich erkannt, unterstrich Grisar. Wichtig sei dabei in Zukunft vor allem der interkommunale Dialog. „Damit man sich nicht gegenseitig schachmatt setzt.“ Auf die Kommunikation mit der Bevölkerung müsse ebenso bei der Planung von Baugebieten gesetzt werden, auch wenn dies mitunter ein „mühsamer Weg“ sei.

Mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum sei es wichtig, die Notwendigkeit einer dichteren Wohnbebauung in die Köpfe der Menschen zu kriegen, fasste Fraktionssprecher Arnd Kuhn zusammen. „Daran müssen wir arbeiten“, machte er klar.