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In Bornheim entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus

Bauen in Bornheim : Neues Wohn- und Geschäftshaus in Bornheim

Bis Ende 2023 sollen 30 Wohnungen und Flächen für Büros mitten in der Stadt entstehen. Pläne sorgen bei Anwohnern für Unmut

Dort, wo früher die evangelische Gemeinde an der Königstraße ihr Gemeindehaus unterhielt, soll ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Geplant hat der Investor, die in Bornheim ansässige GTS Group, 30 Wohnungen. Im Erdgeschoss sind Flächen für Gewerbe vorgesehen. „Das wird wohl eher kein Einzelhandel“, sagt Egor Kaspirowitsch, Abteilungsleiter Bau bei der GTS Group. Er geht derzeit davon aus, dass dort Büroflächen entstehen.

Mit der Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt Bornheim rechnet Kaspirowitsch noch im Dezember. Noch vor Weihnachten soll das inzwischen entkernte alte Gemeindehaus abgerissen werden. Im April 2022 will das Unternehmen mit dem Bau des neuen Gebäudes beginnen. Ende 2023 soll es fertig sein. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt etwa acht Millionen Euro. Die GTS Group hatte das Grundstück im Sommer 2020 erworben. Sie benötigt für ihr Vorhaben ein angrenzendes Grundstück, um dort einen Parkplatz für Bewohner des Hauses bauen zu können. Diese städtische Fläche, früher ein Spielplatz, liegt derzeit brach. Es bestünden zwar Kontakte hinsichtlich dieser Fläche, aber zu Grundstücksverhandlungen nehme man öffentlich nicht Stellung, sagte Stadtsprecher Christoph Lüttgen. Kaspirowitsch bestätigt eine Kaufanfrage an die Stadt. Er habe aber noch keine Antwort erhalten. Insgesamt sollen auf dem Gelände inklusive einer noch anzupachtenden Fläche 19 Stellplätze entstehen.

Dieser künftige Parkplatz bereitet einigen Anwohnern Sorgen. Claudia und Mario Marx befürchten etwa Lärm und Abgase. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, dass unser Kind auf dem Rasen spielt und die Abgase einatmet“ , befürchtet Claudia Marx. Das Ehepaar kritisiert auch die Flächenversiegelung durch den Parkplatz. Viele Anwohner hätten auch die Größe des Neubaus im Vergleich zur Umgebung kritisiert.

Die GTS baut und vermietet in der Region hauptsächlich Gewerbeimmobilien und hat auch schon mehrere Projekte in Bornheim realisiert. So errichtete sie beispielsweise 2019 den Bornheimer Business Campus, realisierte aber auch schon mehrere Wohnungsbauprojekte wie das in der Schumacherstraße.

Die evangelische Kirchengemeinde Bornheim musste das Grundstück an der Königstraße aufgeben, weil die anstehende Sanierung des 800 Quadratmeter großen Gebäudes zu teuer gewesen wäre. Zuerst verkaufte die Gemeinde das Grundstück 2015 an das Wohnstift Beethoven, das dort ursprünglich zwei Gebäude mit 60 Pflegeplätzen errichten wollte. Als sich abzeichnete, dass bis 2024 genug Pflegekapazitäten in anderen Einrichtungen vorhanden sein würden, entschied sich das Stift 2019, die Bebauungspläne fallen zu lassen, und suchte einen neuen Käufer für das Grundstück.