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Evangelische Gemeinde in Walberberg: In der Martin-Luther-Kirche steht der letzte Gottesdienst an

Evangelische Gemeinde in Walberberg : In der Martin-Luther-Kirche steht der letzte Gottesdienst an

Am Samstag ist es soweit: Zum letzten Mal wird in der Martin-Luther-Kirche in Walberberg ein Gottesdienst gefeiert. Die Kirche wird anschließend entwidmet. Das evangelische Gemeindeleben in Walberberg ist damit aber nicht zu Ende.

Der Gottesdienst sollte zum letzten Mal die Gemeindeglieder in Walberberg in der Martin-Luther-Kirche zusammenführen, nun wird er per Livestream im Internet übertragen. Die Walberberger haben aber dennoch Gelegenheit, sich von ihrer Kirche, die abgerissen wird, zu verabschieden: Von Mittwoch bis Freitag, 24. bis 26. März, ist die Kirche jeweils zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet.

Die Martin-Luther-Kirche ist nicht die einzige Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Brühl, in der es in Zukunft keine Gottesdienste mehr geben wird. Die Johanneskirche wurde bereits entwidmet, bei der Thomaskirche ist das für Juni geplant. Das sei das Ergebnis langer Überlegungen und vieler Gespräche, sagt Pfarrerin Sandra Nehring. Zum ersten Mal sei schon vor 16 Jahren über die Entwidmung der Walberberger Kirche nachgedacht worden. Seitdem habe sich die Zahl der Gemeindeglieder noch einmal nahezu halbiert, von damals 14 000 Menschen auf heute 8000. Sie sieht die Ursache im demographischen Wandel. „Wir haben mehr Beerdigungen als Taufen und mehr Austritte als Eintritte“, fasst Nehring zusammen.

Katholische Gemeinde gibt Herberge

Auf ihr Gemeindeleben müssen die Walberberger aber auch in Zukunft nicht verzichten, dank der bereits seit vielen Jahren bestehenden engen Verbindungen zur katholischen Pfarrei Sankt Walburga. In deren Kirche wartet ein Schrank auf das Abendmahlsgeschirr und andere wichtige Gegenstände. Die sollten eigentlich in einer gemeinsamen Prozession dorthin gebracht werden. Da das aktuell nicht möglich ist, hoffen die Seelsorger, „diesen Weg im späten Frühjahr oder im Sommer gehen zu können“, heißt es im jüngsten Gemeindebrief.

Einmal im Monat wird in der katholischen Sankt-Walburga-Kirche ein evangelischer Gottesdienst gefeiert. Auch Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern sollen in Zukunft dort möglich sein, so Nehring. Und auch die Glocken der Martin-Luther-Kirche sollen weiter für die Walberberger Christen läuten. „Sie sind schon bei der Anschaffung im Klang auf die Glocken von Sankt Walburga abgestimmt worden“, sagt Sandra Nehring. Und der Glockenturm der katholischen Kirche biete ausreichend Platz für die drei Glocken, die dort aufgehängt werden sollen.

Das tröstet die evangelischen Gemeindeglieder in Walberberg möglicherweise darüber hinweg, dass sie ihre Kirche nicht einmal mehr sehen können: Sie wird abgerissen. Unterhaltskosten von 40 000 Euro jährlich und eine ungünstige Lage nennt Sandra Nehring als Gründe dafür, dass sich kein Interessent für das Gebäude fand.

Der Entwidmungsgottesdienst wird am Samstag, 27. März, um 17 Uhr als Livestream übertragen. Einen Zugangscode dafür gibt es auf www.kirche-bruehl.de.