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Schul-Kooperation: "Inklusion kann keiner allein"

Schul-Kooperation : "Inklusion kann keiner allein"

Die Europaschule in Bornheim, die Sekundarschule in Merten und die Bonner Marie-Kahle-Gesamtschule vereinbaren eine Kooperation.

Die Inklusion behinderter Kinder stellt die Regelschulen vor eine große Aufgabe. Um dieser neuen Herausforderung besser begegnen zu können, haben die Bornheimer Europaschule, die Sekundarschule Merten und die Bonner Marie-Kahle-Gesamtschule vereinbart, in Zukunft beim Thema Inklusion zu kooperieren.

"Inklusion kann keiner allein", sagt Astrid Geschwind, kommissarische Schulleiterin der neu gegründeten Sekundarschule. "Es wäre ja unsinnig, wenn jede Schule für sich das Rad neu erfinden würde." Zwei der zurzeit vier Klassen in Merten sind integrativ, insgesamt elf Schüler haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf.

"Inklusion ist ein großes Thema, das uns auch in Zukunft begleiten wird", sagt Geschwind. Von der Kooperation mit den beiden anderen Schulen verspricht sie sich eine Erleichterung.

Auch Christoph Becker, Leiter der Europaschule, die ebenfalls zurzeit zwei integrative Lerngruppen mit jeweils fünf behinderten Schülern anbietet, verspricht sich von der Zusammenarbeit Synergieeffekte. "Zum einen soll durch Arbeitsteilung verhindert werden, dass alles dreifach erledigt wird", sagt Becker. Zum anderen erhoffe man sich, dass durch mehr involvierte Köpfe die Qualität der Ergebnisse auch besser werde.

Die vereinbarte Kooperation zwischen den Schulen soll auf drei Ebenen ablaufen. Zum einen wollen sich die Schulleiter zunächst drei Jahre lang regelmäßig treffen. Dabei solle es beispielsweise um rechtliche Fragestellungen gehen, so Becker. "Wenn beispielsweise Kinder mit Behinderung mit auf Klassenfahrt fahren, ist es Lehrern dann erlaubt, ihnen die nötigen Medikamente zu verabreichen?", benennt Becker eine dieser Fragestellungen.

Außerdem sollen die jeweiligen Koordinatoren der Schulen sich untereinander austauschen, ebenso wie die Lehrer der integrativen Klassen. "Die Unterrichtsplanung muss sich darauf einstellen, dass die Klassen durch die Inklusion noch heterogener werden", sagt Becker. Auch eine gemeinsame Aktion der Schüler ist geplant.