Einkaufszentrum in Roisdorf Investor Gerd Sutorius will 30 Millionen Euro investieren

BORNHEIM · Es ist schon viel darüber diskutiert worden - dass der Toom-Markt erweitert wird, steht für Investor Gerd Sutorius aber außer Frage. "Ich stehe heute auf dem Level: Kommt der neue Bebauungsplan nicht, dann muss ich den alten durchsetzen." Das wäre für ihn sogar wie "ein Sechser im Lotto", sagt der 76-Jährige. Denn: "Der einzige Verlierer bei der neuen Planung bin ich, wegen des Mehraufwands."

Stadt und Anlieger seien hingegen Gewinner, sowohl was den Verkehr als auch den Einfluss auf das Sortiment und die Größe der einzelnen Läden angehe. So sind kleine Läden nicht erlaubt, um nicht mit den Geschäften der Königsstraße zu konkurrieren. Außerdem muss Sutorius den Kreisel vor dem Einkaufsmarkt laut Ratsbeschluss komplett sowie einen zweiten zum Teil finanzieren. Dennoch will er rund 30 Millionen Euro in den Umbau des Marktes stecken und der Stadt damit ein "Abschiedsgeschenk" machen, wie er sagt.

Das Einkaufszentrum:

13.500 Quadratmeter Verkaufsfläche mit einem Elektromarkt, Discounter, Bekleidungsgeschäften und Lebensmittelmärkten sollen im Erdgeschoss entstehen. Im ersten Obergeschoss ist ein Ärztehaus geplant. Um den nötigen Platz, auch für Lagerräume, zu schaffen, müssen die beiden großen Parkflächen weichen. Insgesamt wird das Gebäude etwa zehn Meter hoch und an der Bonner Straße gut 165 Meter lang. Zum Vergleich: Der Toom-Markt ist etwa 90 Meter lang.
Die Schumacherstraße wird zwischen den Gebäuden überdacht. Sie bildet den Haupteingang und das "Herzstück", von dem alle Geschäfte angesteuert werden können. Von rund 20.000 Quadratmetern für das gesamte Gebäude ist die Rede. Die Fläche sei derzeit allerdings mit den Parkplätzen ebenfalls überbaut, sagt Architekt Ludwig Dederichs mit Blick auf die Anlieger. Eine weitere Zahl: 180 Arbeitsplätze könnten hinzukommen; derzeit sind dort 117 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Verkehrsführung:

Die Zufahrt zum Einkaufszentrum ist über einen Kreisel an der Bonner Straße geplant. Von dort fahren die Autos in die Tiefgarage oder auf das Parkdeck auf dem hinteren Gebäude. Insgesamt sollen 600 Parkplätze zur Verfügung stehen.
Der Anlieferverkehr läuft über die Nebenstraßen zu vier Punkten: einer im Widdiger Weg, zwei nahe dem Bahndamm und einer in der Schumacherstraße. Die Lieferungen über die Bonner Straße zu steuern, sei nicht sinnvoll, sagt Dederichs. Zum einen liege die Straße tiefer als das Erdgeschoss des Gebäudes und zum anderen würde eine zentrale Lieferstelle für alle Geschäfte nicht ausreichen. Zudem könnten ein- und ausfahrende Lkw den Verkehr blockieren. Mit maximal sechs schweren, davon drei in der Schumacherstraße, und sechs leichten Lastwagen, sei täglich zwischen sechs und 22 Uhr zu rechnen. "Das belastet die Anwohner der Schumacherstraße überhaupt nicht mehr", sagt der Architekt. Sie würden sogar entlastet, weil die Straße laut Gutachten von 2000 Autos weniger befahren würde.

Die Alternative:

Nach dem bestehenden Bebauungsplan darf Sutorius die Verkaufsfläche von 5750 auf 11.000 Quadratmeter erweitern. Bauen könne er auf dem Parkplatz an der Bonner Straße, zudem wäre eine weitere Etage auf dem Toom-Markt möglich, sagt der Investor. Der Verkehr würde über die Schumacherstraße laufen. "Wir brauchen krass gesagt die Flächen der Stadt nicht." Und warum hat er bislang nicht gebaut? Lange Zeit hätten Mieter eine Erweiterung blockiert, sagt Sutorius. Vor ein paar Jahren hätten sie ihre Meinung geändert und seither laufe das Verfahren. Im März 2010 hatte die Stadt die Neugliederung des Areals beschlossen.

Hinter dem neuen Bebauungsplan steht auch Roisdorfs Ortsvorsteher Harald Stadler. Er will während der Offenlage Unterschriften für das geplante Einkaufszentrum sammeln. Es sei aber kein Bürgerbegehren, sagt er. "Die Unterschriften sollen im Beteiligungsverfahren vorgelegt werden."

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