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Bornheimer Pfarrer wird Domvikar in Köln: Jörg Stockem übernimmt im Kölner Dom die Aufgabe des Zeremonienmeister

Bornheimer Pfarrer wird Domvikar in Köln : Jörg Stockem übernimmt im Kölner Dom die Aufgabe des Zeremonienmeister

Der Bornheimer Pfarrer verabschiedet sich von seiner Gemeinde mit einem Gottesdienst in St. Sebastian. Der Seelsorger wechselt als Domvikar nach Köln.

Mit zwei weinenden Augen sagte Pfarrer Jörg Stockem am Sonntagnachmittag in Roisdorf Adieu. Nach sieben Jahren als leitender Pfarrer im Seelsorgebereich An Rhein und Vorgebirge zelebrierte der 45-jährige seinen Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Sebastian. Stockem wird zum 1. November als Domvikar in Köln neue Aufgaben übernehmen. „Es ist eine andere Form der Seelsorge“, erläuterte er.

Als Zeremonienmeister ist er dann zuständig für die Messen im Dom und für die Seelsorge des Domkapitels. „Zehn Jahre lang gab es am Kölner Dom keinen Pfarrer mehr. Als der Erzbischof mich fragte, ob ich diese Tätigkeit machen wollte, habe ich Ja gesagt“, erzählte Stockem kurz vor dem Gottesdienst. Richtig bewusst wurde dem gebürtigen Aachener der Abschied, als er am Dienstag aus dem Urlaub zurückkehrte und bei der Abfahrt von der Autobahn feststellte, dass „ich in Bornheim überhaupt kein Pfarrer mehr bin. Das war schon komisch.“

Stockems Stelle fiel der Umstrukturierung des Erzbistums Köln zum Opfer. Wie berichtete, die Bornheimer Seelsorgebereiche und die Pfarreiengemeinschaft Alfter seit 1. September ein gemeinsamer Sendungsraum – mit Matthias Genster als leitendem Pfarrer. Für Stockem ist das neue Konzept eher „eine Art Zwischenstation auf dem Weg zu einer umfassenden Neugestaltung der pastoralen Räume. Da man davon ausgeht, dass sich bis 2030 das Personal halbieren wird – es gibt zu wenig Gläubige, Pfarrer und zu wenig Ressourcen – will man eine neue Form der Kirche vor Ort schaffen.“

Für die Vorbereitungen auf das neue System mit mehr Verantwortung für den Einzelnen dankte Ariane Packbier, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, dem scheidenden Seelsorger. „In den vergangenen Jahren haben wir in den Gremien voneinander lernen können und wie es sein wird, wenn die Laien immer mehr Aufgaben übernehmen müssen“. Sie überreichte als Abschiedsgeschenk eine Box mit in den Gemeinden gesammeltem Geld für eine „Mozzetta, die Sie sich für ihre neue Tätigkeit gewünscht haben“. Vize-Bürgermeistrein Petra Heller erinnerte den Priester an sein Lob beim Amtsantritt in Bornheim. „Ich hoffe, dass Sie in der Großstadt dasselbe Engagement der Gläubigen erleben wie hier.“