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Kommunalwahl: Petra Heller will Bornheimer Bürgermeisterin werden

Kommunalwahl in Bornheim : Petra Heller will Bornheimer Bürgermeisterin werden

CDU-Kandidatin Petra Heller sieht sich als stellvertretende Bürgermeisterin gut vorbereitet für den Bornheimer Chefposten. Dabei kann sie auf breite Unterstützung zählen.

Über die Fußstapfen, die Bürgermeister Wolfgang Henseler nach 16 Jahren hinterlässt, macht Petra Heller sich keine Sorgen. „Ich glaube, jeder muss seine eigenen Fußstapfen hinterlassen. ‚Frau‘ führt sowieso anders als ‚Mann‘“, sagt die Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin. „Ich kenne die Projekte, die wir angestoßen haben, so gut, dass ich mich in der Lage sehe, das auszufüllen.“ Dabei helfen ihr nach eigener Aussage ihre Menschenkenntnis, Organisationsfähigkeit und politische Erfahrung.

Ihr Ziel als Bürgermeisterin wäre es, solche Projekte umzusetzen: die Gesamtschule in Merten, die Feuerwehrgerätehäuser und die Sanierung des Hallenfreizeitbads. Auch wolle sie als Moderatorin zwischen Rat, Verwaltung und Bürgern für bessere Kommunikation im Ort sorgen. „Ich bin der Auffassung, dass Politik erklärt werden muss, damit sie Akzeptanz findet.“ Dafür wolle sie einmal im Monat eine Sprechstunde in jedem Ortsteil anbieten.

Die gebürtige Mönchengladbacherin kam vor 25 Jahren nach Bornheim, nachdem sie in Hennef aufgewachsen war. „Mein Mann hat damals in Düren gearbeitet und ich in Bonn, da lag Bornheim ganz günstig.“ Doch Bornheim bedeutet ihr mittlerweile viel mehr. „Ich mag meine Heimatstadt, ich lebe für sie“, sagt die 51-Jährige.

Katastrophaler Wiedereinstieg

Bis zur Geburt ihrer Tochter arbeitete die gelernte Industriekauffrau bei Klöckner/Moeller (heute Eaton) in Bonn. „Mein Mann und ich haben uns ganz bewusst entschieden, dass ich zu Hause bleibe. Daraus sind dann neun Jahre geworden, die ich aber als wertvolle Zeit empfunden habe.“

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben sei allerdings eine „Katastrophe“ gewesen. „Was man sich als vermeintliche Hausfrau anhören muss, ist teilweise unverschämt. Ein Mann in meinem Alter hat mich gefragt, ob ich mit jungen Leuten arbeiten kann, ob ich den PC bedienen kann – mit 38“, sagt die CDU-Fraktionsvorsitzende.

Die Deutsche Bischofskonferenz ermöglichte ihr schließlich mit einem Job in der Sonderseelsorge für Zirkus und Schausteller, Familie und Beruf zu vereinen. Nach zwei Jahren wechselte sie in die Geschäftsführung im Beratungsunternehmen, das ihr Mann gegründet hatte.

Langgehegten Wunsch erfüllt

„Großen Spaß“ mache ihr die Nebentätigkeit als Dozentin im Bildungszentrum Euskirchen, denn sie arbeite gerne mit Menschen. Einen langgehegten Plan setzte sie vor zwei Jahren um, als sie mit 48 ein BWL-Fernstudium erfolgreich abschloss.

Ihre Eltern, zu denen sie ein gutes Verhältnis pflegt, seien nicht politisch, aber immer ehrenamtlich unterwegs gewesen. „Ich hatte viel Glück im Leben und habe überlegt: Wo möchtest du dich engagieren?“ 2006 stieß sie auf die Frauen Union, an der sie die Mischung aus sozialem und politischem Engagement begeisterte.

Als diese Kandidaten für die Kommunalwahl suchte, meldete sie sich. „Dann habe ich die Fraktionsarbeit schätzen gelernt, die Abwechslung und sich in große Themen wie die Rekommunalisierung unserer Energieversorger reinzufuchsen“, sagt die Ratsfrau, die in ihrer Freizeit gerne durch Bornheims Felder spaziert. Und warum die CDU? „Ich bin von meinen Grundsätzen her eher konservativ eingestellt.“