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Wasserversorgung in Bornheim: Kompromisslösung nach Bürgerentscheid gesucht

Wasserversorgung in Bornheim : Kompromisslösung nach Bürgerentscheid gesucht

Nachdem ein Bürgerentscheid zur Wasserversorgung in Bornheim im vergangenen Jahr keine Entscheidung gebracht hat, tauschen sich SPD, CDU, Grüne und Linke über Lösungsmöglichkeiten aus.

Zur Frage, welche Wasserversorgung die Stadt Bornheim künftig haben soll, hat am Montag ein Gespräch zwischen Fraktionsvertretern von SPD, CDU, Grüne und Linke sowie Bürgermeister Wolfgang Henseler stattgefunden. UWG und FDP, die sich gegen eine Kompromisslösung ausgesprochen hatten, sowie Einzelratsmitglied Paul Breuer (ABB) waren nicht zu dem Treffen eingeladen.

Bekanntlich hatte ein Bürgerentscheid im vergangenen Jahr kein verbindliches Ergebnis gebracht. 7046 Bürger hatten dafür gestimmt, dass die Stadt weiter wie bisher ihr Wasser zu 75 Prozent vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel (WBV) und zu 25 Prozent vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) beziehen soll. Eine dünne Mehrheit – 7247 Bürger – stimmte gegen die Beibehaltung, wünschte sich also offenbar weicheres Wasser. Für ein verbindliches Ergebnis hätte es allerdings 7885 Stimmen gebraucht, die 20 Prozent der Bornheimer Bürger entsprächen. Da dieses Quorum nicht zustande kam, ist nun wieder die Politik gefragt.

CDU, Grüne und ABB sind für den Wechsel zu weicherem Wasser; SPD, UWG, FDP und Linke dagegen. Um einen Kompromiss auszuloten, wäre eine Änderung des Mischungsverhältnisses denkbar, sprich der Anteil des weicheren, aber teureren WTV-Wassers könnte erhöht werden.

UWG hätte auch gerne am Gespräch teilgenommen

Nach Aussage von Henseler war es am Montag ein gutes Gespräch. Er gehe davon aus, dass es nach weiteren Treffen bis zu den Sommerferien eine Lösung geben könnte. Vertreter von CDU und SPD nannten die Atmosphäre „sachlich“ und „konstruktiv“. Man sei zuversichtlich, einen Kompromiss zu finden, hieß es von beiden Fraktionen sowie von den Grünen. Inhaltlich mochte sich auf GA-Anfrage keiner der Beteiligten äußern.

Nicht mit am Tisch saßen Vertreter von FDP und UWG. „Das hat einen ganz profanen Grund“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Koch. Die FDP sei weiterhin gegen einen Wasserwechsel und wolle keinen Kompromiss eingehen. „Wir sind nicht eingeladen worden, da wir gesagt hatten, dass es mit uns keinen Kompromiss gibt“, erklärte auch UWG-Fraktionsvorsitzender Hans Gerd Feldenkirchen, ergänzte aber: „Wir finden das nicht richtig. Das haben wir dem Bürgermeister auch geschrieben und an sein Demokratieverständnis appelliert.“

Selbst als reine Zuhörer habe die UWG auf Nachfrage nicht teilnehmen dürfen. Inhaltlich bleibe die UWG bei ihrer Meinung, dass sie keiner Änderung der Versorgung zustimmen werde, „die für die Bürger noch mal einen Griff in die Tasche bedeutet“, so Feldenkirchen. Ein höherer Anteil als 30 Prozent des teureren WTV-Wassers sei nicht machbar.