Schranke sorgt für Stau Kreuzung L118/L300 in Hersel wird wohl ein Problemfall bleiben

Bornheim-Hersel · Staus am Morgen und am Abend prägen das Bild an der Kreuzung der Elbestraße und Roisdorfer Straße in Hersel. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich sechs Mal in der Stunde die Schranken an der Gleisanlage der Straßenbahnlinie 16 schließen.

Würde es nicht die Gleisanlage für die Straßenbahnlinie 16 an dem Knotenpunkt L118 (Roisdorfer Straße) und L300 (Elbestraße) in Bornheim-Hersel geben, könnte man den Verkehr ausreichend abwickeln – allerdings immer noch nicht befriedigend. Darin waren sich die Mitglieder des jüngsten Ausschusses für Stadtentwicklung einig. Nicht nur die Staus während der Hauptverkehrszeiten in den Morgen- und Abendstunden sind an der Strecke ein Problem, auch die Unfälle, die dort passieren, wenn es an der Kreuzung zu einem Ampelausfall kommt wie im August dieses Jahres (der GA berichtete).

Der Landesbetrieb Straßen NRW hatte das Ingenieurbüro Brilon Bondizio Weiser für Verkehrswesen aus Bochum beauftragt, die Situation an diesem Knotenpunkt zu analysieren und ein Konzept zur Verbesserung für Autofahrer, Schwerlasttransporte, Fahrradfahrer und Fußgänger – darunter auch Schüler – zu erstellen. In seinem Vortrag machte der Verkehrsexperte aus Bochum deutlich, dass es auf der gesamten Kreuzung zu einem Verkehrsstillstand kommt und sich Rückstaus bilden, wenn die Schranken bis zu drei Minuten geschlossen sind, weil eine Straßenbahn ein- beziehungsweise abfährt. Pro Stunde schließt sich die Schranke insgesamt sechs Mal.

Von zwei auf drei Fahrspuren

Die Verwaltung der Stadt Bornheim will, dass der Knotenpunkt kurzfristig umgebaut wird und es eine Aufweitung in nördlicher Richtung gibt. „Am Bahnübergang gibt es zurzeit noch zwei Fahrspuren. Es sollen aber drei werden. Im Bereich der Gleisanlage sollen zwei Fahrspuren Richtung Osten entstehen und eine Richtung Westen“, erklärte Manfred Schier, Erster Beigeordneter. Nichtsdestotrotz wird die Kreuzung auch künftig ein Problemkind bleiben, allein schon, weil der Verkehr nicht abnehmen, sondern an diesem Ort sogar zunehmen wird. Ein wirkliches Dilemma ist für Schier, dass Straßen NRW „keinen Plan und kein Ziel hat, um die Verkehrswege langfristig zu verbessern“.

Sechs Vorschläge präsentierte das Ingenieurbüro: Die Dreiecksinsel an der L118 zurückbauen, die Bodenmarkierung auf der L118 ändern, die L118 am Bahnübergang ausbauen, die Rechtsabbiegerspur auf die L300 verlängern, die Linksabbiegerspur auf die L300 verlängern und auf der Simon-Arzt-Straße eine Ampel installieren. Des Weiteren soll es mehr Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer geben. Richtung Hersel sollen die Radler einen Schutzstreifen und damit mehr Raum auf der Fahrbahn bekommen. Von Hersel in Richtung Roisdorf soll ebenfalls ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn für Radler entstehen.

Preiswerteste Lösung

Ute Kleinekathöfer von der SPD-Fraktion monierte: „Ich habe das Gefühl, dass uns hier die preiswerteste Lösung verkauft wird und nicht die beste.“ Ergänzend stellte sie die Frage, wie die angedachte künftige Taktverdichtung der Linie 16 ablaufen solle. „Es muss definitiv mehr geplant und mehr überlegt werden“, ergänzte sie. Sollte es eine Taktverdichtung der Linie 16 geben, könnte sich die Schrankenschließung auf das Doppelte (zwölfmal pro Stunde) erhöhen.

Paul Breuer (fraktionslos) schlug vor, die Kreuzung teilweise unter die Straße zu verlegen. Für Konrad Velten von der CDU-Fraktion stellt die Dreiecksinsel an der L118 vor allem für Lkw, die aus Bonn kommend auf der L300 fahren und links auf die L118 abbiegen wollen, ein Problem dar. „Die kommen schlicht und einfach nicht um die Kurve rum.“

Änderungen mit Gleisanlagen schwierig

Bernd Egenter, Planungschef bei Straßen NRW, machte die Ausschussmitglieder darauf aufmerksam, dass „Änderungen mit Gleisanlagen generell schwierig sind. Daher ist es gut, wenn uns von Seiten der Stadt keine Steine bezüglich Bebauungsplänen in den Weg gelegt werden“. Schier betonte, dass die Stadt Bornheim den Landesbetrieb unterstützen wolle. „Aber letztlich entscheidet der Landesbetrieb. Die Stadt plant nicht, sie ist lediglich beteiligt und kann ihre Meinung äußern. Inwiefern diese dann berücksichtigt wird, ist eine andere Sache“, sagte Schier.

Bezüglich der Kosten, die zu je einem Drittel vom Land NRW, dem Landesbetrieb Straßen NRW und dem Häfen und Güterverkehr Köln übernommen werden, wollte sich Egenter nicht äußern. „Ich kann dazu erst was sagen, wenn wir mehr wissen.“ Den Bahnübergang zu entfernen, ist aus seiner Sicht „teuer, schwer und langwierig“.

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