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Band aus dem Vorgebirge : Kuhl un de Gäng präsentiert ihr zweites Album in Köln

Band aus dem Vorgebirge : Kuhl un de Gäng präsentiert ihr zweites Album in Köln

Die Band „Kuhl un de Gäng“ aus dem Vorgebirge veröffentlicht am 4. Oktober bei einem Konzert im Club Bahnhof Ehrenfeld ihr zweites Album. Zum ersten Mal gibt es Songs nicht nur in Mundart, sondern auch auf hochdeutsch.

Für Hagen Fritzsche ist es das letzte gemeinsame Album mit seiner Band Kuhl un de Gäng. Ein wenig wehmütig blickt der Mertener - er ist seit der Gründung 2012 dabei - daher auf das Release Konzert zum neuen Album "Unter Strom", das am Freitag, 4. Oktober, im Club Bahnhof Ehrenfeld über die Bühne geht. Engagiert hat der 32-jährige Keyboarder die zwölf neuen Lieder mit auf den Weg gebracht - bei der Veranstaltung in Köln wird er eher Zaungast sein, auch wenn er in Zukunft bei ausgewählten Konzerten mit Keyboard und Trompete auch weiterhin dabei sein wird.

Der Rücktritt vom Bandgeschäft fiel Fritzsche nicht leicht, aber er möchte sich künftig mehr um seine zahlreichen Chöre und seine Kirchenmusik kümmern. "Wir werden zu viert weitermachen", sagt Saxofonist Heinrich Fries. Neben ihm gehören weiterhin Hubert Pieper (Gesang/Gitarre), Manuel Pickartz (Schlagzeug) und Michael Dahmen (Bass, Synthesizer) zu Kuhl un de Gäng.

Musikalisch neue Wege eingeschlagen

Nach "Gängland" 2018 erscheint mit "Unter Strom" nun das zweite Album der jungen Musiker. "Am Anfang wusste ich nicht, ob ich dafür genügend Ideen haben würde. Aber zum Glück hat es funktioniert", zeigt sich Pieper, der fürs Texten und Komponieren zuständig ist, sehr zufrieden.

Der Inhalt eines jeden Stücks wurde in der Gruppe noch einmal diskutiert, hier und da auch Verbesserungsvorschläge eingebracht. Jeder sollte sich in den Texten wiederfinden.

Foto: Kuhl un de Gäng

Die Formation, die seit ihrer Gründung vor sieben Jahren zunächst überwiegend als Mundartband im Karneval unterwegs war, geht seit der Trennung von Band-Namensgeber und Frontmann Michael Kuhl im Jahr 2016 textlich und musikalisch neue Wege. Alle Songs sind selbst geschrieben, die Melodien stammen aus der eigenen Feder. Und das kommt bei den Fans ausgesprochen gut an. Das zeigt sich bei den zahlreichen Auftritten - rund 200 sind es im Jahr - bei denen Fries und Co. immer wieder für ausgelassene Partystimmung sorgen.

Auch im Netz steigt ihr Bekanntheitsgrad. Seit dem vergangenen Jahr hat sich in den Sozialen Kanälen die Anzahl der Follower auf rund 40 000 erhöht und damit verdreifacht, die Klicks liegen insgesamt mittlerweile bei einer Million.

Lebenssituation als Thema

Schon die Titel der Alben drücken das Selbstverständnis der Band aus. Wurden das gesamte Rheinland und alle von der Band bisher angefahrenen Orte thematisiert, versinnbildlicht "Unter Strom" nicht nur den fetzigen Rhythmus der Musik, sondern auch die Lebenssituation der Musiker. "2018 war sehr anstrengend, da es schon schwierig war, die Gigs mit dem Familienleben - wir haben alle Kinder - in Einklang zu bringen. Uns allen blieb also wenig Zeit zum Daddeln", erklärt Dahmen.

Zeitraubend waren dabei zum einen die Touren durch die Region, zum anderen die umfassenden musikalischen Vorarbeiten fürs neue Album. Denn den "richtigen" Sound für jedes Lied zu finden, ist kompliziert, zumal die Band eine perfekte Synthese von akustischen und elektronischen Instrumenten bieten möchte.

So werden die am Computer geschaffenen Klänge in Datenbanken gespeichert und durch die Instrumente selbst gespielt. Dadurch entsteht ein spezieller und immer wieder gleichbleibender Sound. Mit dieser Art von Musik verstehen sich Kuhl un de Gäng als Vorreiter der Szene. "Wir sind die einzige Band in Deutschland, die auf diese Weise Musik kreiert. Und diese wird immer elektronischer. Damit sind wir ausgesprochen zeitgemäß", freut sich Fries.

Erstmals gibt es auch Songs auf Hochdeutsch

Und noch etwas ist neu: Zum ersten Mal präsentiert die "Gäng" die Hälfte ihrer Songs auf Hochdeutsch. "Denn nicht jeden Inhalt kann man so einfach in Mundart übertragen", erklärt Pieper. Ob "Ich halt die Flut nicht auf", "Reib an meiner Lampe", "Pulverfass" oder "Sommer in Taizé" - die Texte sind nachdenklich, witzig, manchmal auch satirisch, und beleuchten persönliche Themen wie Liebe, gemeinsame Erinnerungen oder die Freude am Feiern.

Und Party machen gehört für die nunmehr vier Musiker zum Musik machen einfach dazu. "Zu unserer Zielgruppe zählen wir alle, die Bock zum Feiern haben", macht Fries noch einmal deutlich.

Das Release Konzert startet am Freitag, 4. Oktober, 19 Uhr, im Club Bahnhof Ehrenfeld. Tickets für 18 Euro gibt es über die Band online unter www.kuhlundegäng.ticket.io. Das Album kann ab sofort bei allen Download-Portalen vorbestellt werden.