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Baugebiet \"Hersel 31\": Landschafts-Schutzverein regt Verzicht auf Baugebiet an

Baugebiet \"Hersel 31\" : Landschafts-Schutzverein regt Verzicht auf Baugebiet an

Der Landschafts-Schutzverein sieht beim Baugebiet Hersel 31“ Probleme bei der Verkehrssituation und beim Schutz der Wechselkröte. Deswegen soll die Stadt Bornheim auf das Baugebiet verzichten.

Der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) schlägt vor, dass die Stadt Bornheim auf das geplante Herseler Baugebiet zwischen der Roisdorfer Straße, dem Mittelweg und dem vorgesehenen neuen Golfplatz verzichten soll. Alternativ solle die Entwicklung des Baugebiets so lange zurückgestellt werden, bis Lösungen für Verkehrs- und Artenschutzprobleme in Sicht seien.

150 neue Wohneinheiten sieht der Bebauungsplan „Hersel 31“ auf dem 6,8 Hektar großen Gebiet auf der ehemaligen Kiesabbaufläche vor. Im Januar hatte die Bornheimer Politik zugestimmt, das Bebauungsplanverfahren einzuleiten. In dieses ist der LSV wie andere Umweltverbände als „Träger öffentlicher Belange“ eingebunden. In seiner Stellungnahme geht der Verein laut einer Pressemitteilung unter anderem auf die Verkehrssituation ein. Der Verkehr aus dem Wohngebiet soll über den Mittelweg bis zur Einmündung in die Roisdorfer Straße geleitet werden. Experten hätten berechnet, dass die Kreuzung durch den zusätzlichen Verkehr aus dem Baugebiet nicht mehr „leistungsfähig“ sein werde. Daher soll hier laut den Plänen der Stadt eine Ampel errichtet werden, erläutert der LSV.

Jetzt schon hohe Belastung

Der Verein gibt jedoch zu bedenken, dass die Roisdorfer Straße jetzt bereits eine hohe Belastung aufweise: „Durch die häufig geschlossenen Bahnschranken der Linie 16 und durch die Ampelanlage an der Kreuzung Roisdorfer Straße, Elbestraße und Moselstraße kommt es beim Berufsverkehr heute schon zu Rückstaus bis über die Einmündung des Mittelweges hinaus. In diesen Stoßzeiten käme dann noch der Berufsverkehr aus dem Neubaugebiet He 31 hinzu“, so Michael Pacyna. Ähnliche Kritik war auch bei einer Einwohnerversammlung im März laut geworden.

Nach Ansicht des LSV müsste erst eine Lösung dieser Rückstau-Problematik her, ehe man das Verkehrsaufkommen durch weitere Baugebiete noch erhöhe. Selbst wenn dies gelinge, verlöre jedoch der Mittelweg als „ausgewiesener Link des Grünen C“ seine Funktion als „halbwegs ruhiger Spazier- und Radwanderweg“, kritisiert der Verein, der überdies den Artenschutz gefährdet sieht: Das Vorkommen von Wechselkröten und Zauneidechsen im geplanten Baugebiet sei inzwischen bestätigt worden. Der LSV regt an, „hier dem Artenschutz den Vorrang vor einer nicht zwingend notwendigen Bebauung zu geben.“

Die Stadt Bornheim erklärt auf Anfrage, dass die Anregungen und Bedenken des LSV in das Verfahren einfließen und geprüft würden. Eine Einzelstellungnahme dazu sei daher nicht möglich.