Bornheimer Wasser „Leasing“ für Entkalkungsanlagen?

BORNHEIM · Nach dem gescheiterten Bürgerentscheid zur Wasserversorgung beginnt in Bornheim nun die Suche nach einer rechtlich und technisch machbaren Lösung. Die Verwaltung bringt dazu auch eine neue Idee ein.

Mit einem neuen Vorschlag ist die Verwaltung am Montag in das erste interfraktionelle Treffen nach dem Bürgerentscheid zur Bornheimer Wasserversorgung gegangen. Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler auf GA-Anfrage sagte, wolle die Stadt „eine Art Leasing“ für private Entkalkungsanlagen ins Gespräch bringen.

Die Idee: Diejenigen Bürger, die gerne weicheres Wasser hätten, lassen sich vom Wasserwerk eine entsprechende Anlage in ihren Haushalt einbauen und zahlen dafür einen monatlichen Aufschlag auf die Wassergebühr. „Es ist ein Gedanke, der noch nicht zu Ende gedacht ist“, räumte Henseler ein. So müssten die rechtlichen Aspekte noch gründlich geprüft werden – wenn die Idee bei den Fraktionen denn ankommt.

Für ihn habe die Idee aber den Charme, dass sie nur die Bürger beträfe, die sich tatsächlich weicheres Wasser wünschten. Wer das jetzige Wasser behalten wolle, für den würde sich nichts ändern, verwies Henseler auf den knappen Ausgang des Bürgerentscheids. 50,7 Prozent der Abstimmungsteilnehmer hatten für eine Umstellung der Wasserversorgung gestimmt. 49,3 Prozent wollten, dass die Stadt weiter wie bisher 75 Prozent ihres Wassers vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel (WBV) und 25 Prozent vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) bezieht.

Da im Bürgerentscheid jedoch die erforderliche Stimmenanzahl für ein verbindliches Ergebnis verfehlt wurde, ist nun erneut die Politik gefragt. „Ja, wir müssen jetzt wieder neu anfangen“, sagte Henseler vor dem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden, das für den späten Montagnachmittag angesetzt war. Aber er hoffe, dass nun alle das Ansinnen hätten, „dass wir uns auf eine gemeinsame, technisch machbare und rechtskonforme Lösung verständigen“.

Im Dezember Termin mit der Bezirksregierung

Die Verwaltung habe den Fraktionen ein Paket an Unterlagen zusammengestellt, in dem sie auf mehrere Aspekte für die Lösungssuche hinweise. So sei bei einer Änderung des Mischungsverhältnisses vom härteren WBV- und dem weicheren, teureren WTV-Wasser der Wert des Minerals Calcit zu beachten. Dieses könne die Schutzschicht von Leitungsrohren beeinträchtigen. Bei einer 50:50-Mischung läge der Calcit-Wert „knapp unter der Trinkwasserverordnung“, sagte Henseler.

Für die Frage, was technisch möglich sei, habe sich die Stadt noch mal an Gutachter Andreas Holy gewandt, und sie habe den WTV kontaktiert, um zu klären, ab welchem Anteil an WTV-Wasser Investitionsaufwand entstünde. Auch die Option des Baus einer zentralen Enthärtungsanlage sei in den Unterlagen für die Fraktionen noch einmal aufgeführt.

Bliebe noch die wesentliche Frage, was überhaupt rechtlich möglich ist: Im Dezember habe er einen Termin bei der Bezirksregierung Köln, sagte Henseler. Da es keine klare Rechtsprechung zu dem Thema gebe, sei er aber wenig zuversichtlich, dass er dort eine klare Antwort erhalte, bis zu welchem Grad der finanzielle Mehraufwand für weicheres Wasser rechtlich zulässig wäre.

Er gehe davon aus, dass sich die Suche nach einer Lösung „bis nächstes Jahr hinziehen wird“, warnte der Bürgermeister vor zu großen Erwartungen.

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