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Lehrerausbildung: Bornheimer Europaschule und Kölner Uni kooperieren

Praxisnahe Lehrerausbildung : Bornheimer Europaschule und Kölner Uni kooperieren

Die Bornheimer Europaschule und die Universität zu Köln arbeiten künftig bei Naturwissenschaften enger zusammen. Das Ziel: eine praxisnahe Lehrerausbildung.

Die Bornheimer Europaschule und die Universität zu Köln haben im Rhein-Sieg-Kreis den ersten Kooperationsvertrag abgeschlossen. Im Fokus: die praxisnahe Lehrerausbildung. Konkret geht es um „inklusive Physik- und Naturwissenschaftsdidaktik im Zeitalter der Digitalen Transformation“. Die Studenten werden ab April regelmäßig mit Schülern verschiedener Jahrgangsstufen naturwissenschaftliche Fragen thematisieren, dazu in ihren Seminaren Experimente entwickeln, diese mit den Schülern durchführen und dokumentieren.

Ziel des Projektes ist es, die inklusive Didaktik der Physik und Naturwissenschaften in Theorie und Praxis zu verbessern und dabei die Möglichkeiten digitaler Medien und Kommunikationsnutzung zu erkunden. „Uns geht es um eine praxisnahe und forschungsorientierte Lehrerausbildung. Durch die Praxis lernen Studenten frühzeitig, sich im Unterricht zu bewegen“, machte André Bresges, Professor für Physikdidaktik, bei der Unterzeichnung des Vertrages deutlich.

Ein ähnliches Projekt läuft bereits mit der inklusiven Universitätsschule (Heliosschule) in Köln. Der Kooperationsvertrag mit der Gesamtschule ist für die Kölner Uni der erste außerhalb der Domstadt und daher wichtig, denn „viele Studenten kommen aus der Region und wollen als Referendare hierin zurück“, so Bresges. Schnell fand er einen Mitstreiter in seinem Doktoranden und Europaschullehrer Benjamin Niehs (Physik, Mathematik und Geschichte).

Schüler können Uni-Netzwerke nutzen

Schulleiter Eike Brandt war von Anfang an begeistert. „Jetzt können die Themen in den Naturwissenschaften nachhaltiger vermittelt werden. Naturwissenschaft soll als Prozess verstanden werden“, so Brandt. Erste Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Studenten wurden bereits gesammelt, etwa beim Stationenrundgang der Siebtklässler, bei dem Wasserverbrauch und Wasserhaushalt Themen waren.

Mit PC und Smartphone, die im Unterricht genutzt werden sollen, können die Schüler in die Uni-Netzwerke einsteigen. Ihre Forschungsergebnisse sollen sie im Multimedia Science Slam – seit 2008 ein von der Uni Köln veranstaltetes jährliches Podium für Nachwuchsforscher – vorstellen und dort gegenüber anderen Schülergruppen und Studenten argumentativ verteidigen. 137 Physikstudenten zählt der aktuelle Jahrgang. Mit 14.000 Studenten aller Fachrichtungen ist Köln die größte Lehrerausbildungsstätte Europas. „Durch die praxisnahe Ausbildung ist die Anzahl der Studenten bei uns ausgesprochen groß“, so Bresges.