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Linie 16 wird barrierefrei: Umbau der Haltestellen in Bornheim und Wesseling ab 2022

Stadtbahnlinie 16 : Barrierefreier Umbau der Haltestellen in Bornheim und Wesseling beginnt 2022

Die Haltestellen der Linie 16 in Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld werden endlich barrierefrei. Das haben die Verantwortlichen am Montag mitgeteilt. Tatsächlich kommt der Ausbau viel zu spät.

Was lange währt, wird endlich gut. Im nächsten Jahr soll der barrierefreie Umbau der Haltestellen der Stadtbahnlinie 16 in Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld beginnen. Das haben die Städte Bornheim und Wesseling sowie die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) am Montag in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben.

Die HGK als Betreiberin des Stadtbahnnetzes in diesem Bereich schließt derzeit die Planungen ab und will die Aufträge noch in diesem Jahr ausschreiben. „Geplant ist, dass dann im Frühjahr 2022 die Baumaßnahmen beginnen“, sagt HGK-Sprecher Christian Lorenz. Insgesamt werde der Umbau voraussichtlich anderthalb bis zwei Jahre dauern.

Seit Jahren fordern Anwohner der Rheinorte und die Kommunalpolitik den Ausbau der Stationen. Für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder im Rollstuhl stellt der Einstieg über Treppenstufen in die Stadtbahnen ein großes Problem dar. Mitglieder und Unterstützer des Bornheimer Seniorenbeirats hatten zweimal vor Ort für den barrierefreien Ausbau demonstriert.

Provisorien während der Bauarbeiten

An den vier Haltestellen der Linie 16 entstehen Hochbahnsteige. Breite Rampen sollen den Zugang zu den Bahnsteigen und den barrierefreien Einstieg in die Fahrzeuge erleichtern. „Selbstverständlich werden die neuen Bahnsteige mit einem Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte, Fahrgast-Informationssystemen und Fahrgastunterständen ausgestattet“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung weiter. Der Zugang zu den Stadtbahnen soll während der Umbauzeit mit Behelfsbahnsteigen gesichert werden.

„Mobil zu sein und zu bleiben ist ganz entscheidend für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Umso mehr freue ich mich für die älteren und mobilitätseingeschränkten Bürgerinnen und Bürger, dass nach so langer Zeit endlich Schwung in das Projekt kommt“, teilt Bornheims Bürgermeister Christoph Becker mit. Nur ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr locke die Menschen aus den Autos auf die Schiene, ergänzt Gunnar Ohrndorf, Erster Beigeordneter der Stadt Wesseling. Das sei auch im Sinne des Klimaschutzes.

Debatte um den Tierschutz

Der barrierefreie Umbau der Stationen hatte sich immer wieder verzögert. So hatte es unter anderem eine Debatte darum gegeben, wie nach einem solchen Ausbau noch Güterzüge, die breiter als Stadtbahnen sind, auf der Strecke fahren könnten, so wie es früher der Fall war. Das spielt aktuell aber keine Rolle mehr. Zudem hatte sich das Genehmigungsverfahren hingezogen, weil es gedauert hatte, bis sich die HGK mit dem Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) und der Kreisgruppe Bonn des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) über Maßnahmen zum Tierschutz an der Strecke geeignet hatte.

Im Frühjahr hatte die HGK die Kosten für den barrierefreien Ausbau der vier Haltestellen auf 4,5 Millionen Euro taxiert. 90 Prozent der Kosten werden durch Fördergelder des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland gedeckt, zehn Prozent müssen Bornheim und Wesseling bezahlen. 

Wenn der barrierefreie Ausbau im kommenden Jahr beginnt, kommt er eigentlich schon zu spät. Schließlich sieht das Personenbeförderungsgesetz des Bundes vor, dass für „die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen“ ist. Dieses Ziel wird aber nicht nur auf der Stadtbahnlinie 16 verfehlt.