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Linie 18 in Bornheim: Auto und Bahn zusammengestoßen, Menschen eingeschlossen

Zwei Personen eingeschlossen : So sollen weitere Unfälle der Linie 18 verhindert werden

Auf der Strecke der Linie 18 in Bornheim-Walberberg sind ein Auto und eine Bahn kollidiert. In dem Auto waren nach Angaben der Polizei zwei Menschen eingeschlossen. Die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) will nun Posten im Unfallbereich aufstellen.

Erneut hat sich am Bahnübergang Heinrich-von-Berge-Weg/Hessenweg in Walberberg ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einer Bahn der Stadtbahnlinie 18 ereignet. Dabei handelt es sich um die gleiche Stelle, an der es vor rund drei Wochen schon einmal gekracht hatte. Bei der Kollision an diesem Dienstag wurden nach Angaben der Polizei ein Autofahrer und seine Beifahrerin verletzt.

Der Unfall ereignete sich um kurz nach 7 Uhr. Nach ersten Erkenntnissen und Zeugenangaben sei die Stadtbahn von der Haltestelle „Walberberg“ losgefahren, obwohl die Schranken des wenige Meter entfernten Bahnüberganges noch nicht geschlossen gewesen seien, heißt es von der Polizei weiter. Bei der Kollision wurden der 62-jährige Autofahrer und seine 61-jährige Beifahrerin verletzt und im Fahrzeug eingeklemmt. Sie mussten von Einsatzkräften der Feuerwehr befreit werden. Anschließend wurden beide zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Im Einsatz waren rund 40 Rettungskräfte der Feuerwehren aus Walberberg, Merten, Sechtem sowie der Tagesalarmgruppe. Die Berufsfeuerwehr Bonn war mit einem Kran angerückt, der nach Angaben von vor Ort aber nicht eingesetzt werden musste. Wie die Polizei weiter mitteilte, musste die Schrankenanlage repariert werden, da sie stark beschädigt war.

Im Rahmen erster Ermittlungen hätten sich zudem Hinweise ergeben, dass die 60-jährige Fahrerin der Stadtbahn vermutlich zu früh von der Haltestelle in Richtung Köln losgefahren sei.

Fahrer und Beifahrerin ins Krankenhaus gebracht

Für die weiteren polizeilichen Ermittlungen zum Geschehen ist das Verkehrskommissariat in Meckenheim zuständig. Die Bahnstrecke war während der Unfallaufnahme gesperrt. Es kam zu Verspätungen auf der Linie 18. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.

Der vorherige Unfall an dem Bahnübergang hatte sich am 22. März ereignet. Dabei hatten die Beteiligten – eine 46-jährige Stadtbahnfahrerin und eine 52-jährige Autofahrerin – nach Angaben der Rettungskräfte bis auf einen Schock keine Verletzungen davongetragen. Auch damals hieß es von der Polizei, dass der Unfall dadurch verursacht worden sei, dass die Stadtbahnfahrerin zu früh und bei noch geöffneter Schranke losgefahren sei.

Dass die Schranke sich erst verzögert schließt, hat mit der technischen Situation an der Anlage zu tun. Und die hat sich seit dem ersten Unfall nicht verändert. Das bestätigte Christian Lorenz, Sprecher der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), dem General-Anzeiger. Die HGK ist zwischen der Bonner und Kölner Stadtgrenze für die Infrastruktur der Stadtbahnlinie 18 zuständig. Darunter fallen die Gleise, die Schranken, die Haltestellen und die Signaltechnik. Wie Lorenz nach dem ersten Unfall gesagt hatte, sind der besagte Bahnübergang sowie der folgende in Richtung Schwadorf bereits auf die neue Stellwerkstechnik umgestellt worden, die allerdings noch nicht in Betrieb ist.

Die neue Stellwerkstechnik ist Teil des zweigleisigen Ausbaus und der Taktverdichtung der Linie 18 auf Brühler Gebiet. Aufgrund dieses Zwischenzustands schlössen sich die Schranken zurzeit nicht automatisch durch das Stellwerk, sondern erst „zugbewirkt“ direkt am Bahnübergang, so Lorenz damals weiter. Sprich: Die jeweilige Stadtbahn löst den Befehl zum Schließen der Schranken unmittelbar davor aus. Ab diesem Freitag soll die neue Stellwerkstechnik laut HGK in Betrieb gehen. Dafür muss die Strecke zwischen Bornheim und Hürth-Fischenich vom 12. bis 19. April abschnittsweise gesperrt werden. In den betroffenen Bereichen wird jeweils ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Technik soll kommende Woche umgestellt werden

Wie Lorenz am Dienstag weiter sagte, werde die HGK bis zur Umstellung auf die neue Technik im besagten Bereich Posten aufstellen, um die Situation an den Übergängen abzusichern.

Nach der Inbetriebnahme sollen die Bahnübergänge wieder wie gewohnt geöffnet und geschlossen werden. Bis es soweit ist, müssen sich die Stadtbahnfahrer nach Vorgaben der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) langsam den beiden Bahnübergängen nähern und abwarten, bis diese vollständig geschlossen sind.

An diesem Dienstag sowie am 22. März war dies nach Erkenntnissen der Polizei offenbar nicht der Fall.

Dazu teilte Stephan Anemüller von der KVB-Pressestelle auf Anfrage des General-Anzeigers schriftlich mit, dass die Fahrerinnen und Fahrer der KVB immer wieder an das richtige Verhalten an Überwegen – beschrankt und unbeschrankt – erinnert würden.